News

Achtung bei Lieferungen in die EU ab 2020!

5
(3)

In Umsetzung der sogenannten „Quick Fixes“ der Europäischen Union werden die materiell-rechtlichen Voraussetzungen für die Steuerfreiheit von ig Lieferungen ausgeweitet. Die Angabe der UID und die Abgabe einer Zusammenfassenden Meldung sind daher ab 1.1.2020 Voraussetzungen, damit eine Lieferung in ein anderes EU-Land steuerfrei behandelt werden kann. Wir informieren über die Details.

Als Teil der Steuerreform wurde am 19.9.2020 beschlossen, dass es ab 2020 für die Steuerbefreiung von innergemeinschaftlichen Lieferungen neben den bisherigen Voraussetzungen zusätzlich notwendig ist, dass

  1. dem Lieferer die Umsatzsteuer‑Identifikationsnummer (UID) des Abnehmers, die von einem anderen Mitgliedstaat erteilt wurde, mitgeteilt wurde und
  2. der Lieferer seiner Verpflichtung zur Abgabe einer Zusammenfassenden Meldung (ZM) nachgekommen ist.

Wird keine oder nur eine unvollständige oder unrichtige ZM abgegeben, so kommt die Steuerbefreiung für die betroffenen Lieferungen nicht zur Anwendung; die Lieferung ist in Österreich zu versteuern, „es sei denn, der Lieferer kann sein Versäumnis zur Zufriedenheit der zuständigen Behörden ordnungsgemäß begründen.“ Nach dem Entwurf der Umsatzsteuerrichtlinien ist in so einem Fall neben der hinreichenden Begründung auch eine Berichtigung der ZM erforderlich. Derzeit ist noch nicht klar, in welchen Fällen eine solche Entschuldbarkeit gegeben sein wird und wie die entsprechende Begründung des Fehlers zu erfolgen hat. Ebenso ist noch nicht klar, wie sich eine verspätete Abgabe einer ZM auf die Steuerfreiheit auswirken wird.

Um die Steuerfreit einer ig Lieferung künftig sicherzustellen, sollte daher auf eine pünktliche und vollständige Einbringung der ZM geachtet werden. Die Zusammenfassende Meldung hat gemäß Art 21 Abs 3 UStG bis zum Ablauf des auf den Voranmeldungszeitraum (Kalendermonat oder Quartal), in dem die ig Lieferung ausgeführt wurde, folgenden Monats zu erfolgen. Die ZM für ig Lieferungen, die im Dezember ausgeführt wurden, müsste somit bis spätestens 31. Jänner eingereicht werden. Dabei ist zu beachten, dass es einzig auf den Zeitpunkt der Ausführung der ig Lieferung ankommt und nicht auf die Bezahlung. Auch Istversteuerer müssen die ig Lieferungen daher nach Maßgabe des Zeitpunkts Ihrer Ausführung melden.

Weiters sollte rechtzeitig vor Ausführung einer ig Lieferung die UID des Leistungsempfängers eingeholt und deren Gültigkeit via FinanzOnline oder über http://ec.europa.eu/taxation_customs/vies/ überprüft werden. Die UID-Abfragen sollten ausgedruckt und aufbewahrt oder elektronisch archiviert werden. Anlässlich des bevorstehenden Jahreswechsels empfehlen wir grundsätzlich sämtliche UID-Nummern jener Kunden, mit denen laufende Geschäftsbeziehungen bestehen, zu überprüfen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontakt:
Mag. (FH) Edith Huber-Wurzinger
Tel. +43 316 327 941 819
Email: edith.wurzinger@gaedke.co.at

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 5 / 5. Anzahl Bewertungen: 3

<< zurück