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Änderungen bei der Kammerumlage 1 ab 1.1.2019

Die Kammerumlage 1 (KU1) wurde im Rahmen der Novelle des Wirtschaftskammergesetzes 2017 (WKG-Novelle 2017) abgeändert. Mit 1.1.2019 sind die beschlossenen Änderungen in Kraft getreten. Die Kammerumlage 1 wurde durch die Einführung eines degressiven Staffeltarifs reduziert. Zudem können nun Vorsteuern für Investitionen in das Anlagevermögen von der Bemessungsgrundlage abgezogen werden.

Alle Mitglieder der Wirtschaftskammer sind grundsätzlich zur Entrichtung der Kammerumlage (KU 1) verpflichtet, wobei bis zu einem jährlichen Nettoumsatz von € 150.000 keine KU 1 erhoben wird. Als Bemessungsgrundlage für die KU 1 ist die gesamte Umsatzsteuer, die dem Unternehmen in Rechnung gestellt wird, die Einfuhrumsatzsteuer, die Erwerbsteuer sowie auch die auf den Unternehmer übergegangene Umsatzsteuer (Reverse Charge) heranzuziehen. Von dieser auf dem Vorsteuervolumen basierenden Bemessungsgrundlage wird die KU 1 in Höhe von 0,29 % berechnet, welche der Finanzierung der Wirtschaftskammern dient. Die Entrichtung der KU 1 erfolgt vierteljährlich, wobei die Quartalszahlungen spätestens am 15. des auf ein Kalendervierteljahr zweitfolgenden Monats fällig und an das für die Umsatzsteuer zuständige Finanzamt abzuführen sind.

Mit 1.1.2019 sind folgende Änderungen in Kraft getreten:

Degressiver Staffeltarif
Eine wesentliche Änderung ab 1.1.2019 ist die Einführung eines degressiven Staffeltarifes. Dadurch sinkt die relative Belastung durch die Umlage mit steigender Bemessungsgrundlage. Bei einer Bemessungsgrundlage bis € 3 Mio pro Jahr kommt der ebenfalls neu beschlossene Hebesatz von 0,29% (bis 2018 noch 0,30%) zur Anwendung.
Für jenen Teil der Bemessungsgrundlage, der zwischen € 3 Mio und € 32,5 Mio pro Jahr liegt, wird der Hebesatz um 5% gekürzt. Es kommt somit ein reduzierter Hebesatz von 0,2755% zur Anwendung. Übersteigt die Bemessungsgrundlage auch den höheren Schwellenwert von € 32,5 Mio, so wird der Hebesatz für den übersteigenden Teil um 12% gekürzt, was zu einem Hebesatz von 0,2552% für diesen Teil führt.

Bei Kreditinstituten und Versicherungsunternehmen wurde ebenfalls eine Senkung des Hebesatzes auf 0,037% beschlossen. Die Schwellenwerte wurden auf € 24 Mio und € 260 Mio festgelegt. Somit ergibt sich für den Teil, der Bemessungsgrundlage der € 24 Mio pro Jahr übersteigt eine Senkung um 5% auf 0,03515% und für den Teil, der € 260 Mio übersteigt eine Verminderung um 12% auf den neuen Satz iHv 0,03256%.

Investitionen in das Anlagevermögen
Als weitere Neuerung können ab 1.1.2019 Vorsteuern auf Investitionen in das ertragssteuerliche Anlagevermögen von der Bemessungsgrundlage abgezogen werden. Die Vorsteuer kann aus Anschaffungskosten oder Herstellungskosten resultieren.

Umfasst sind Investitionen

  • sowohl in neue als auch in gebrauchte Wirtschaftsgüter sowie
  • in geringwertige Wirtschaftsgüter (die Kosten übersteigen einen Wert iHv € 400,- nicht) und
  • in „Fiskal-Lkw“, Fahrschulkraftfahrzeuge, Vorführkraftfahrzeuge, Kfz die der gewerblichen Personenbeförderung oder gewerblichen Vermietung dienen sowie Elektrofahrzeuge, deren Anschaffungskosten € 40.000,- nicht übersteigen.


Nicht abgezogen
werden dürfen Vorsteuern für Investitionen in selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände, da diese ertragssteuerlich nicht als Anlagevermögen aktiviert werden dürfen. Ebenso ausgenommen sind Vorsteuern für die Anschaffung von Firmenfahrzeugen, die als nicht für das Unternehmen angeschafft gelten (vom Vorsteuerabzug ausgeschlossene PKWs).

Bie Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an Frau Mag. Sandra Strimitzer.

Kontakt:
Frau Mag. Sandra Strimitzer
Tel. +43 316 327 941 48
Email: sandra.strimitzer@gaedke.co.at

 

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