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Arbeitsrechtliche Fakten rund um den Urlaub

Die Freude auf die kommende Urlaubszeit wirft auch einige arbeitsrechtliche Fragen hinsichtlich des Urlaubs auf. Wir haben Ihnen die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Wie viel Urlaub steht zu?

Der Urlaubsanspruch beträgt gemäß § 2 UrlG 30 Werktage pro Arbeitsjahr. Besteht im Unternehmen eine 5-Tage-Woche, kann der Urlaubsanspruch in 25 Arbeitstage pro Arbeitsjahr umgerechnet werden.

Nach dem vollendeten 25. Dienstjahr erhöht sich der Urlaubsanspruch um 6 Werktage auf 36 Werktage (bzw 30 Arbeitstage).

Neue Arbeitnehmer und Urlaub

Der Urlaubsanspruch entsteht in den ersten 6 Monaten der Betriebszugehörigkeit aliquot. Nach Vollendung der ersten 6 Monate gebührt jeweils am Beginn des neuen Urlaubsjahres sofort der volle Urlaubsanspruch.

Wer bestimmt, wann der Urlaub konsumiert wird?

Der Zeitpunkt des Urlaubsantrittes ist zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer unter Rücksichtnahme auf die Erfordernisse des Betriebes und die Erholungsmöglichkeiten des Arbeitnehmers zu vereinbaren. Die Vereinbarung hat so zu erfolgen, dass der Urlaub möglichst bis zum Ende des Urlaubsjahres, in dem der Anspruch entstanden ist, verbraucht werden kann (§ 4 Abs 1 UrlG).

Ein einseitiger Urlaubsantritt ist grundsätzlich unzulässig und könnte auch eine Entlassung zur Folge haben.

Der einseitige Urlaubsantritt ist nur in Ausnahmefällen zulässig, und zwar:

  • notwendige Pflege eines erkrankten, im gemeinsamen Haushalt lebenden Kindes, wenn der Pflegeurlaub bereits ausgeschöpft wurde;
  • im Rahmen des oa innerbetrieblichen Schlichtungsverfahrens, wenn der Arbeitnehmer seinen Urlaubswunsch von mehr als 12 Werktagen mehr als 3 Monate im Voraus bekannt gab und trotz Einbindung des Betriebsrats keine Einigung mit dem Arbeitgeber zustande kam.

 

Ist der Widerruf des vereinbarten Urlaubes möglich?

Droht dem Arbeitgeber ein schwerer wirtschaftlicher Schaden, kann er zulässigerweise eine einmal gegebene Zustimmung zum Urlaubsverbrauch zu einem bereits vereinbarten Zeitpunkt einseitig widerrufen, wenn die Inanspruchnahme des Arbeitnehmers unumgänglich ist. Er hat in diesem Fall den Arbeitnehmer schadlos zu halten, dh, er muss zB für eventuelle Stornokosten für eine bereits gebuchte Urlaubsreise aufkommen.

Da dem Erholungsinteresse des Arbeitnehmers großes Gewicht beigemessen wird, kann der Arbeitnehmer einseitig von einer Urlaubsvereinbarung zurücktreten, wenn der Urlaubsverbrauch zB aufgrund Erkrankung naher Angehöriger oder der eigenen Erkrankung unzumutbar ist.

Kann ich den Arbeitnehmer jederzeit anrufen?

Außer es ist anders vereinbart, besteht im Urlaub keine Rufbereitschaft. Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, das Handy einzuschalten oder Mails abzurufen.

Wann verjährt der Urlaub?

Wird der Urlaub nicht innerhalb von zwei Jahren ab dem Ende des Urlaubsjahres, in dem der Anspruch entstanden ist, konsumiert, verjährt er. Er kann dann nicht mehr konsumiert werden und er ist bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht für die Berechnung der Urlaubsersatzleistung zu berücksichtigen.

Kann man den Urlaub auszahlen?

Der Urlaub soll der Erholung dienen. Eine finanzielle Abgeltung ist nicht vorgesehen.

Wie sieht es mit dem Urlaub bei Kündigung aus?

Im Falle einer Kündigung sollten die noch offenen Urlaubstage (aliquot zur noch verbleibenden Zeit im Unternehmen) während der Kündigungsfrist oder während einer Freistellung konsumiert werden. Dies ist zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu vereinbaren. Ist dies aufgrund der Kürze der Zeit nicht möglich, ist der Urlaub bei der Endabrechnung auszubezahlen (Urlaubsersatzleistung).

Krank im Urlaub?

Erkrankt der Arbeitnehmer während des Urlaubes, unterbricht die Krankheit den Urlaub nur dann, wenn die Krankheit länger als 3 Kalendertage (nicht Arbeitstage) dauert.

Was ist, wenn der Arbeitnehmer nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurückkommt?

Wenn zB der Rückflug ausfällt oder ein Stau zu gravierenden Verzögerungen führt, kommt es nicht automatisch zu einer Verlängerung des Urlaubs. In solchen Situationen hat der Arbeitnehmer den Arbeitgeber zu verständigen und eine entsprechende Verlängerung des Urlaubs zu vereinbaren. Nichterscheinen am ersten Arbeitstag könnte in letzter Konsequenz sogar ein Grund für eine fristlose Entlassung sein.

 

 

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