News

Corona-Hilfsfonds: Fixkostenzuschuss für Unternehmen in der Krise

5
(2)

Am 13. Mai 2020 wurde die Richtlinie zum Fixkostenzuschuss im Rahmen des Corona-Hilfsfonds vom BMF veröffentlicht. Eine Beantragung soll ab 20. Mai möglich sein. Wir informieren Sie über die wichtigsten Eckpunkte.

 

Unternehmen, die aufgrund der CORONA-Krise einen Umsatzeinbruch von mindestens 40 % erleiden, können einen Zuschuss zwischen 25% und 75% ihrer Fixkosten beantragen. Im Zeitraum von 16. März bis 15. September 2020 können Zuschüsse für bis zu drei Monate gewährt werden.

 

Wer ist antragsberechtigt?

 

Antragsberechtigt sind Unternehmen, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sitz oder Betriebsstätte in Österreich
  • Wesentliche operative Tätigkeit in Österreich, die zu Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb gemäß §§ 21-23 EStG führt
  • Zum 31.12.2019 hat sich das Unternehmen nicht in Schwierigkeiten gemäß allgemeiner EU-Gruppenfreistellungsverordnung befunden
  • Es wurden zumutbare Maßnahmen gesetzt, um die durch den Fixkostenzuschuss zu deckenden Fixkosten zu reduzieren (Schadensminderungspflicht mittels ex ante Betrachtung)

 

Nicht antragsberechtigt sind:

  • Beaufsichtigte Rechtsträger des Finanzsektors (Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen, Wertpapierfirmen und Wertpapierdienstleistungsunternehmen, Pensionskassen und Non-Profit Organisationen)
  • Bestimmte im alleinigen oder mehrheitlichen Eigentum von Gebietskörperschaften und sonstigen Einrichtungen öffentlichen Rechts stehende Einrichtungen
  • Unternehmen, die zum 31.12.2019 mehr als 250 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) beschäftigt haben und im Betrachtungszeitraum mehr als 3% der Mitarbeiter gekündigt haben, statt Kurzarbeit in Anspruch zu nehmen (Ausnahme auf Antrag bei entsprechender Begründung möglich)
  • Unternehmen, die Zahlungen aus dem Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds beziehen
  • Unternehmen, die in den letzten 3 veranlagten Jahren vom Abzugsverbot des § 12 Abs. 1 Z 10 KStG betroffen waren (aggressive Steuerplanung)
  • Unternehmen, über die in den letzten 5 Jahren vor Antragstellung eine rechtskräftige Finanzstrafe (ausgenommen Finanzordnungswidrigkeiten) oder entsprechende Verbandsgeldbuße aufgrund von Vorsatz verhängt wurde

 

Wie wird der Umsatzeinbruch berechnet?

 

Für die Berechnung der Umsatzausfälle werden die ertragsteuerlich relevanten Waren- und/oder Leistungserlöse des 2. Quartals 2020 mit jenen des 2. Quartals 2020 verglichen. Alternativ können aus sechs Betrachtungszeiträumen maximal drei zeitlich zusammenhängende Monatszeiträume gewählt werden und den entsprechenden Zeiträumen des Vorjahres gegenübergestellt werden.

 

  • Betrachtungszeitraum 1: 16.3.2020 bis 15.4.2020
  • Betrachtungszeitraum 2: 16.4.2020 bis 15.5.2020
  • Betrachtungszeitraum 3: 16.5.2020 bis 15.6.2020
  • Betrachtungszeitraum 4: 16.6.2020 bis 15.7.2020
  • Betrachtungszeitraum 5: 16.7.2020 bis 15.8.2020
  • Betrachtungszeitraum 6: 16.8.2020 bis 15.9.2020

 

Wie wird der Fixkostenzuschuss berechnet?

 

Der Fixkostenzuschuss richtet sich nach dem Ausmaß des Umsatzausfalls. Er beträgt:

  • bei einem Umsatzausfall von 40% bis 60%: 25 % der Fixkosten, max. € 30 Mio.
  • bei einem Umsatzausfall von 60% bis 80%: 50 % der Fixkosten, max. € € 60 Mio.
  • bei einem Umsatzausfall von über 80 %: 75 % der Fixkosten, max. € 90 Mio.

Der Fixkostenzuschuss wird nur dann gewährt, wenn er insgesamt mind. € 2.000 ergibt.

 

Der Zuschuss wird von den Fixkosten des Zeitraumes 16. März 2020 und 15. Juni 2020 berechnet, wenn für die Ermittlung des Umsatzausfalles das 2. Quartal herangezogen wurde. Wurde ein abweichender Betrachtungszeitraum gewählt, so sind nur die im entsprechenden Zeitraum angefallenen Fixkosten heranzuziehen.

 

Als Fixkosten kommen nur folgende, aus einer operativen Tätigkeit im Inland entstandenen Aufwendungen in Betracht:

  • Miete und Pacht
  • Betriebliche Versicherungsprämien
  • Zinsaufwand für Kredite und Darlehen
  • Leasingraten (Finanzierungskostenanteil)
  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Kosten für Strom, Gas, Telekommunikation
  • Wertverlust von saisonaler und verderblicher Ware, sofern dieser aufgrund der CORONA-Krise mindestens 50% beträgt
  • Personalkosten, die für die Bearbeitung von Stornierungen/Umbuchungen anfallen
  • Sonstige vertragliche betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen, die nicht das Personal betreffen (zB fixe, unkündbare Wartungsverträge)

 

Zudem kann bei einkommensteuerpflichtigen Unternehmen (natürliche Personen als Einzel- oder Mitunternehmer) angesetzt werden. Dieser ist auf Basis des letztveranlagten Jahres zu ermitteln und beträgt zwischen € 666,66 und € 2.666,67 pro Monat. Nebeneinkünfte sind abzuziehen.

Von den Fixkosten sind Versicherungsleistungen, die diese Fixkosten abdecken, in Abzug zu bringen.

 

Der Fixkostenzuschuss ist um andere Zuwendungen von Gebietskörperschaften, die im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise geleistet werden, zu vermindern (zB auch Entschädigungen nach dem Epidemiegesetz). Zahlungen im Zusammenhang mit Kurzarbeit sind nicht abzuziehen. Zahlungen aus den Härtefallfonds sind erst bei Anträgen ab 19. August gegenzurechnen.

 

Wie ist der Antrag zu stellen?

 

Die Antragstellung soll ab 20. Mai 2020 und bis zum 31. August 2021 über FinanzOnline möglich sein und kann in folgenden Tranchen erfolgen:

  • Tranche: Umfasst max. 1/3 des voraussichtlichen Fixkostenzuschusses; Beantragung ab 20.                Mai 2020
  • Tranche: Umfasst zusätzlich max. 1/3 – somit insgesamt max. 2/3 – des voraussichtlichen      Fixkostenzuschusses; Beantragung ab 19. August 2020
  • Tranche: Beantragung ab 19. November 2020

 

Der Antrag hat eine Darstellung der geschätzten bzw. tatsächlichen Umsatzausfälle und Fixkosten im jeweiligen Zeitraum sowie die Erklärung des Unternehmens zu enthalten, dass die Umsatzausfälle durch die COVID-19-Krise verursacht sind und schadensmindernde Maßnahmen im Rahmen einer Gesamtstrategie gesetzt wurden.

 

Die Höhe der Umsatzausfälle und der Fixkosten ist durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter zu bestätigen. Ausgenommen davon sind Anträge der 1. Tranche (bis 19. August 2020), wenn ein Zuschuss von max. € 12.000 beantragt wird. Wird ein Zuschuss zwischen € 12.000 und € 90.000 beantragt, genügt eine Bestätigung der Plausibilität.

 

Was ist noch zu beachten?

 

Mit dem Fixkostenzuschuss dürfen keine Investitionen sowie Rückführungen bestehender Finanzverbindlichkeiten (ausgenommen bestimmte Zinszahlungen) finanziert werden. Ebenso darf er nicht zur Zahlung von Gewinnausschüttungen, zum Rückkauf eigener Aktien oder zur Zahlung von Boni an Vorstände oder Geschäftsführer verwendet werden.

 

Im Jahr 2020 dürfen keine Bonuszahlungen an Vorstände oder Geschäftsführer in Höhe von mehr als 50% der Bonuszahlungen des Vorjahres ausgezahlt werden. Die Entnahmen bzw. Gewinnausschüttungen sind auf die wirtschaftlichen Verhältnisse anzupassen; Rücklagen dürfen nicht zur Erhöhung des Bilanzgewinns aufgelöst werden.

 

Der Antragsteller muss sich dazu verpflichten, sämtliche zumutbaren Maßnahmen zu setzen, um Umsätze zu erzielen und die Arbeitsplätze (zB mittels Kurzarbeit) zu erhalten

 

Bei Fragen dazu, steht Ihnen Mag.(FH) Edith Huber-Wurzinger gerne zur Verfügung.

Kontakt:
Mag. Edith Huber-Wurzinger
Tel. +43 316 327 940 819
E-Mail: edith.wurzinger@gaedke.co.at

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Average rating 5 / 5. Vote count: 2

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

<< zurück