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Die Tarifreform ist da! – Änderungen in der Einkommensteuer

1. Steuertarife

Für ein Einkommen bis € 11.000 pro Jahr sind keine Steuern zu bezahlen. Darüber hinaus gibt es nunmehr sechs verschiedene Tarifstufen:

Einkommen pro JahrEinkommensteuer
€ 0 bis 11.000steuerfrei
über € 11.000 bis € 18.00025 %
über € 18.000 bis € 31.00035 %
über € 31.000 bis € 60.00042 %
über € 60.000 bis € 90.00048 %
über € 90.000 bis € 1 Million50 %
über € 1 Million55 % (befristet bis 2020)

2. Absetzbeträge

Der Arbeitnehmerabsetzbetrag wurde in den Verkehrsabsetzbetrag integriert. Dieser wurde auf € 400 pro Jahr erhöht. Gering verdienenden Pendlern steht ein erhöhter Verkehrsabsetzbetrag von bis zu € 690 zu. Arbeitnehmer, die aufgrund ihres geringen Einkommens nicht der Steuerpflicht unterliegen, erhalten im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung eine sogenannte Negativsteuer von bis zu € 400 (max. € 500 bei Anspruch auf ein Pendlerpauschale). Der Pendlerzuschlag wird abgeschafft. Die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge steht auch Pensionisten in Höhe von max. € 110 zu.

3. Familienleistungen

Der Kinderfreibetrag beträgt ab der Veranlagung 2016

  • wenn er nur von einem Steuerpflichtigen geltend gemacht wird: € 440 jährlich,
  • wenn er von zwei Steuerpflichtigen für dasselbe Kind geltend gemacht wird: € 300 jährlich/Person.

Die Regelbedarfsätze für den Unterhaltsabsetzbetrag betragen für das Kalenderjahr 2016:

Kindesalter0-3 Jahre3-6 Jahre6-10 Jahre10-15 Jahre15-19 Jahre19-28 Jahre
Regelbedarfsatz199,00255,00329,00376,00443,00555,00
Familienbeihilfeab 1.1.2016
für ein Kind
0-2 Jahre111,80
3-9 Jahre119,60
10-18 Jahre138,00
ab 19 Jahre (bis max 24 Jahre)162,00
Zuschlag bei Behinderung152,90
Schulstartgeld€ 100 einmalig im September für alle 6-15 Jährigen
Erhöhungsbeiträgeab 1.1.2016
für jedes Kind, wenn mehrere Kinder
für 2 Kinder6.90
für 3 Kinder17,00
für 4 Kinder26,00
für 5 Kinder31.40
für 6 Kinder35,00
für jedes weitere Kind51,00
Mehrkindzuschlag€ 20/Monat ab dem 3. Kind
(Familieneinkommen unter € 55.000)

4. Topfsonderausgaben

(Topf)-Sonderausgaben können nur mehr dann abgesetzt werden, wenn der der Zahlung zugrundeliegende Vertrag vor dem 1.1.2016 abgeschlossen bzw mit der Bauausführung oder Sanierung vor dem 1.1.2016 begonnen wurde.

5. Mitarbeiterbeteiligungen und Mitarbeiterrabatte

Für den Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Beteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers oder an Konzernunternehmen besteht nunmehr ein Freibetrag pro Mitarbeiter/Jahr von € 3.000 (bisher € 1.460) Der Vorteil muss allen Arbeitnehmern oder einer bestimmten Gruppe zukommen; die Beteiligung muss vom Mitarbeiter länger als 5 Jahre gehalten werden.

Mitarbeiterrabatte sind bis maximal 20 % steuerfrei, wenn sie allen Mitarbeitern oder bestimmten Gruppen von Mitarbeitern eingeräumt werden. Übersteigt ein gewährter Rabatt 20 %, kommt die Freigrenze nicht zur Anwendung. In diesem Fall sind Mitarbeiterrabatte mit einem Gesamtbetrag von € 1.000 jährlich steuerfrei.

6. Anhebung von Sachbezugswerten

Sachbezugswerte für Dienstautos:

SachbezugFahrzeugtypCO2-Wertmax p.m.
2 %alle PKW und Hybridfahrzeugeüber 130 g/km960
1,5 %ökologische PKW und Hybridfahrzeuge2016 (und früher):720
0 %bis 130 g/km
2017: bis 127 g/km
2018: bis 124 g/km
2019: bis 121 g/km
2020: bis 118 g/km
0 %Elektroautos0

Sachbezugswert für Zinsersparnis:

Übersteigt der Gehaltsvorschuss oder das Arbeitgeberdarlehen insgesamt den Betrag von € 7.300, dann ist für den übersteigenden Betrag die Zinsersparnis ab 1.1.2016 mit 1,0 % als Sachbezug zu bewerten. Vom Arbeitnehmer bezahlte Zinsen werden in Abzug gebracht.

7. Prämien, Beihilfen und Freibeträge

Die Forschungsprämie wurde von bisher 10 % auf 12 % erhöht. Für die Anschaffung einer neuen Registrierkasse, die den geänderten gesetzlichen Bestimmungen entspricht, kann eine Prämie iHv € 200 beantragt werden. Für die Auszahlung von Prämien für Diensterfindungen und Verbesserungsvorschläge steht ab 2016 kein zusätzliches, um 15 % erhöhtes Jahressechstel mehr zur Verfügung. Diese Prämien müssen innerhalb des Jahressechstels bzw zum Tarif versteuert werden. Ein Bildungsfreibetrag bzw eine Bildungsprämie können ab 2016 nicht mehr geltend gemacht werden. Ebenso abgeschafft wurde der Landarbeiterfreibetrag sowie die Mietzinsbeihilfe.

8. Antragslose Veranlagung

Eine antragslose Arbeitnehmerveranlagung erfolgt ab 2016 dann, wenn sich auf Grundlage der aus den Lohnzetteln bekannten Höhe der nichtselbstständigen Einkünfte für den Steuerpflichtigen eine Steuergutschrift ergibt und keine weiteren Einkünfte vorhanden sind. Steuerpflichtige bekommen in diesem Fall unabhängig von einem Antrag zu viel bezahlte Lohnsteuer zurückerstattet.

9. Kapitalertragsteuer

Der Steuersatz von 25 Prozent kommt nur mehr für Kapitalerträge aus Geldeinlagen und nicht verbrieften sonstigen Forderungen bei Kreditinstituten zur Anwendung. Für alle anderen Einkünfte aus Kapitalvermögen (zB Gewinnausschüttungen von Kapitalgesellschaften oder Zuwendungen von Privatstiftungen) wurde der Steuersatz auf 27,5 % angehoben.

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