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Ende September enden wichtige steuerliche Fristen!

Zur Erinnerung: Ende September enden wichtige steuerliche Fristen! Zahlungen um Anspruchszinsen zu vermeiden, Anträge zur Herabsetzung für KöSt- und ESt-Vorauszahlungen sowie die Einreichung von Anträgen zur Vorsteuerrückerstattung sind nur mehr bis Ende September möglich! Auch die Offenlegung des Jahresabschlusses für 2017 hat in vielen Fällen bis zum 30. September zu erfolgen.

Anspruchszinsen

Mit 1. Oktober 2018 beginnen die Anspruchszinsen für Steuernachforderungen und -gutschriften an Körperschafts- und Einkommenssteuer, welche das Kalenderjahr 2017 betreffen, zu laufen. Der aktuelle Zinssatz beträgt 1,38%. Die Festsetzung erfolgt erst, wenn der errechnete Zinsbetrag € 50 übersteigt.

Anspruchszinsen können durch Anzahlungen in Höhe der voraussichtlichen Nachzahlung an ESt bzw. KöSt bis 30. September 2018 vermieden werden. Es ist nicht sinnvoll eine höhere Anzahlung zu leisten, da dies nicht zur Festsetzung von Gutschriftszinsen führt. Vergessen Sie nicht, bei der Überweisung den entsprechenden Verwendungszweck (z.B. „ K 1-12/2017“ oder „E 1-12/2017“) anzugeben, damit eine korrekte Zuordnung der Zahlung gewährleistet werden kann.

Herabsetzungsanträge für KöSt- und ESt-Vorauszahlungen

Übersteigen die für 2018 vorgeschriebenen Vorauszahlungen die Steuerschuld, die sich aus dem voraussichtlichen steuerlichen Einkommen 2018 ergibt, kann noch bis 30. September 2018 die Herabsetzung dieser Vorauszahlungen für 2018 beantragt werden. Dafür ist dem Finanzamt eine nachvollziehbare Planungs- bzw. Prognoserechnung zum voraussichtlichen Einkommen 2018 zu übermitteln.

Bei Unternehmensgruppen im Sinne des § 9 Körperschaftsteuergesetz muss der Herabsetzungsantrag vom Gruppenträger unter Einbeziehung aller Gruppenmitglieder gestellt werden.

Vorsteuererstattung

 Wie bereits berichtet, endet die Frist für die Einreichung der Vorsteuererstattungsanträge 2017 für Unternehmer, die in der EU ansässig sind, am 30. September 2018.

Der Antrag auf Vorsteuererstattung ist über FinanzOnline einzureichen.

Achtung: Aufgrund möglicher Fehlermeldungen kann es zu einer Zeitverzögerung bei der Übermittlung kommen. Deshalb empfehlen wir, den Antrag bereits einige Tage vor Fristende einzureichen.

Offenlegung des Jahresabschlusses für 2017

 Gesetzliche Vertreter von Kapitalgesellschaften (GmbH, AG), Personengesellschaften, ohne persönlich haftende natürliche Person (z.B. GmbH & Co KG), bestimmte Genossenschaften sowie Zweigniederlassungen ausländischer Kapitalgesellschaften sind verpflichtet, den Jahresabschluss nach Behandlung in der Hauptversammlung (Generalversammlung) – spätestens jedoch 9 Monate nach dem Bilanzstichtag – beim Firmenbuchgericht des Sitzes der Gesellschaft offenzulegen. Diese Verpflichtung trifft jede Kapitalgesellschaft. Die Offenlegung ist jährlich durchzuführen.

Ist der 31. Dezember 2017 der Bilanzstichtag, so muss die Offenlegung bis spätestens 30. September 2018 erfolgen. Das Ende der Offenlegungspflicht verschiebt sich bei anderen Bilanzstichtagen entsprechend. Je nach Größe der Gesellschaft können auch ein Lagebericht, der Generalversammlungsbeschluss sowie der Bestätigungsvermerk oder auch ein Vermerk über dessen Versagung oder Einschränkung erforderlich sein.

Bei Nichteinhaltung dieser Frist kommt es zu Zwangsstrafen. Die Zwangsstrafen werden vom Firmenbuch bei Fristversäumnis ohne Androhung verhängt. Sie reichen von mindestens € 700 bis maximal € 3.600. Die Zwangsstrafe ist an jedes vertretungsbefugte Organ (Geschäftsführer, Vorstand) adressiert sowie an die Gesellschaft selbst. Wenn eine GmbH zwei Geschäftsführer hat, wird die Strafe demnach drei Mal vorgeschrieben.

Unterbleibt die Offenlegung trotz Verhängung der Strafe, so folgen weitere Zwangsstrafen im Rhythmus von zwei Monaten. Diese belaufen sich auf € 700 bzw. € 350 pro Organ und Unternehmen. Ab der zweiten Vorschreibung erhöht sich der Strafrahmen auf ein Dreifaches und beläuft sich damit auf mindestens € 2.100 pro Organmitglied und Gesellschaft. Bei großen Gesellschaften erhöht sich jede weitere Strafe sogar auf ein Sechsfaches und beträgt damit mindestens € 4.200 je Organmitglied und Gesellschaft. Die bloße Bezahlung der Strafe führt nicht zu einer Befreiung von der Offenlegungspflicht. Es kommt solange zu Vorschreibungen von Strafen, bis der Jahresabschluss beim Firmenbuch hinterlegt wurde.

Um hohe Strafzahlungen zu vermeiden empfehlen wir daher jedenfalls die rechtzeitige Übermittlung des Jahresabschlusses.

Bei Fragen zu den steuerlichen Fristen zögern Sie bitte nicht uns zu kontaktieren.

Kontakt:
Mag. (FH) Edith Huber-Wurzinger
Tel. +43 316 327 941 819
Email: edith.wurzinger@gaedke.co.at

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