Flottes Familienbusiness

Enmoto

Enmoto vertreibt die Zweirad- und Quadmarken Kymko, Rieju und Tauris und beliefert mit neu Tochtergesellschaften rund 600 Händler europaweit. Wie die sympathische Familie Pakarek mit neuen Konzepten in Zukunft Gas gibt, erfahren Sie in diesem Interview. Am Hauptsitz Graz hat Enmoto mehr als 22.000 Ersatzteile auf Lager, 250.000 werden jährlich verschickt. Gemeinsam mit seinem Bruder Walter (rechts am Foto) wird Ferdinando Pekarek die erfolgreiche Firma ihres Vaters in die Zukunft führen.

Wann haben Sie eigentlich mit Enmoto in Graz begonnen?

Fernando Pekarek: Wir haben gemeinsam mit unserem Vater im Jahr 1994 mit Rieju gestartet. Mein Bruder und ich wurden in Argentinien geboren. Unser Vater ist kurz vor dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien geflüchtet. Er hat auch in Südamerika Fabriken gehabt, sich dann jedoch entschlossen, wieder nach Österreich zurückzukehren. Wir haben uns gedacht, was könnten wir machen, was macht uns Spaß und wo kennen wir uns aus? Das waren zunächst die Motorräder.

Die Anfänge Ihres Geschäfts waren ja in Ungarn, oder?

Pekarek: Wir hatten da einen guten Markt in Ungarn. Wir haben japanische Motorräder gekauft, restauriert und in Ungarn verkauft. Damals hatten wir 100 Mechaniker. Aber diese Art von Business war schwierig, denn man konnte sich nicht auf einige Typen konzentrieren, da Ersatzteile für die verschiedenen Modelle sehr schwer zu besorgen waren. Dann haben wir eines Tages beschlossen, etwas Neues zu starten, und unsere Partnerschaft mit dem spanischen Krafträderproduzenten Rieju begonnen.

Was wirtschaftlich sehr gut funktioniert hat, oder?

Pekarek: Das hat sehr gut funktioniert, dann kam der taiwanische Hersteller von Motorrollern sowie Motorrädern und Leichtkrafträdern Kymco dazu, was ebenfalls sehr erfolgreich war. Im Jahr 2000 starteten wir unsere große Expansion nach Osteuropa. Da haben wir die dortigen Händler beliefert und hatten regionale Verkäufer, die vor Ort tätig waren. Dadurch haben wir früher oder später beinahe ganz Zentraleuropa mit unseren exklusiven Marken beliefert. Das ist bis 2008 sehr gut gelaufen.

Da machte Ihnen dann wie so vielen anderen die Wirtschaftskrise einen Strich durch die Rechnung.

Pekarek: Durch die Wirtschaftskrise haben die osteuropäischen Kunden wenig Kaufkraft gehabt. Banken wollten nichts mehr finanzieren, da das Risiko zu groß gewesen wäre. Daher haben wir uns
schrittweise aus diesen Märkten zurückgezogen und uns wieder auf unsere Kernmärkte Österreich und Deutschland konzentriert. Hier funktioniert unser Geschäft nach wie vor sehr gut.

Wie viele Händler hat Enmoto derzeit als Partner?

Pekarek: In Österreich 180 und in Deutschland 400 Händler die unsere Produkte verkaufen. Das gesamte Unternehmen Enmoto hat derzeit um die 20 Mitarbeiter, vor der Krise waren es einmal
sogar 50.

Sind sie auch im Onlinehandel präsent?

Pekarek: Derzeit verkaufen wir insgesamt in etwa 8000 Fahrzeuge pro Jahr. Dabei sind wir im Onlinebereich sehr zurückhaltend, da wir den Erfolg unserer Händler garantieren wollen, damit diese auch immer weiter bei uns bestellen. Würden wir eine aggressive Onlinepreispolitik fahren, wäre das für beide Seiten kontraproduktiv.

Und wie lange nutzen Sie schon die Dienste von Gaedke & Angeringer?

Pekarek: Gaedke unterstützt uns seit den Anfangsjahren. Als wir eine Größe erreicht hatten, wo es darum ging, internationale Fragen zu beantworten und Problemstellungen zu lösen, war Gaedke & Angeringer für uns die klare Nummer eins. Ob deutsches oder österreichisches Recht, die verschiedenen Steuerfragen, aber auch Bilanzierung sowie Bankenpräsentationen sind Punkte, wo uns Gaedke & Angeringer perfekt unterstützt.

Wie sehen Ihre Ziele für die kommenden Jahre aus?

Pekarek: Unser Ziel ist es, wieder auf richtig große Stückzahlen zu kommen. Unser Geschäftsmodell ist auf große Einheiten ausgelegt. Wir zielen immer wieder noch auf die 20.000 bis 30.000 Fahrzeuge pro Jahr. Dabei bauen wir derzeit stark auf die E-Bikes. Unsere Roller stagnieren derzeit etwas, wir brauchen aber das Wachstum, das wir vorher hatten. Daher setzen wir all unsere Hoffnungen auf den boomenden E-Bike-Markt und sind voller Zuversicht, dass auch Osteuropa wieder lebendig wird. Aber das wird höchstwahrscheinlich noch einige Zeit dauern. Wir haben
jedoch gute Kontakte vor Ort und wären bereit, wenn auch diese Märkte wieder die nötige Kaufkraft haben.

www.enmoto.at