News

Gründungsprivileg statt GmbH light

Nur wenige Monate nach der Reduzierung des Mindeststammkapitals von GmbHs von € 35.000 auf € 10.000 wurde dieses mit 1. März 2014 wieder auf € 35.000 angehoben. Für Neugründungen wurde jedoch eine Gründungsprivilegierung geschaffen.

Eckpunkte der Gründungsprivilegierung

Im Rahmen der Begünstigung ist eine Gründung mit einer gründungsprivilegierten Stammeinlage von mindestens € 10.000 möglich. Davon müssen mindestens € 5.000 bar eingezahlt werden; Sacheinlagen sind ausgeschlossen. Während der Dauer der Gründungsprivilegierung (maximal 10 Jahre) ist die Haftung der Gesellschafter mit € 10.000 begrenzt. Die in der Regierungsvorlage vorgesehene Verpflichtung zur (jährlichen) Bildung einer Gründungsrücklage ist wieder entfallen. Allerdings bleibt die grundsätzliche Verpflichtung das Stammkapital nach zehn Jahren auf € 35.000 aufzustocken. Ebenfalls gestrichen wurde die Verpflichtung in den Geschäftspapieren auf das Gründungsprivileg hinzuweisen.

Beginn und Ende der Gründungsprivilegierung

Um die Gründungsprivilegierung in Anspruch nehmen zu können, muss dies bei der Neugründung bereits im Gesellschaftsvertrag vereinbart werden. Eine nachträgliche Abänderung des Gesellschaftsvertrages ist nicht möglich. Die Gründungsprivilegierung kann durch eine Änderung des Gesellschaftsvertrages beendet werden, wobei vor Anmeldung der Änderung zum Firmenbuch die Mindesteinzahlungserfordernisse für das ordentliche Stammkapital (mindestens € 17.500 von € 35.000) erfüllt sein müssen. Ansonsten endet die Privilegierung spätestens 10 Jahre nach Eintragung der Gesellschaft im Firmenbuch. Die Gründungsprivilegierung wird im Firmenbuch eingetragen und kann erst nach Erfüllen der Mindesteinzahlungserfordernisse für das ordentliche Stammkapital gelöscht werden.

Was geschieht mit GmbH lights?

Gesellschaften, die bereits vor dem 1. März 2014 mit einem Stammkapital unter € 35.000 gegründet wurden oder die vor dem 1. März eine entsprechende Kapitalherabsetzung durchgeführt bzw. zur Eintragung in das Firmenbuch angemeldet haben, dürfen die Gesellschaft mit dem reduzierten Stammkapital weiterführen. Sie haben jedoch bis spätestens 1. März 2024 eine Kapitalerhöhung auf mindestens € 35.000 durchzuführen. Eine solche Kapitalerhöhung ist von der Eintragungsgebühr befreit.

Auswirkung auf die Mindest-KöSt?

Steuerlich gesehen hat die Anhebung des Mindeststammkapitals die Rückkehr zur alten Mindestkörperschaftsteuer von € 1.750 (statt zwischenzeitlich € 500) zur Folge. Für 2014 ergibt sich konkret: € 125 im ersten Quartal und € 437,50 in den nächsten 3 Quartalen. Bei Neugründungen beträgt die Mindeststeuer für die ersten 5 Jahre € 125 pro Quartal und für die folgenden 5 Jahre € 250 pro Quartal.

<< zurück