Wer ist ausgenommen?

In der Barumsatzverordnung 2015 sind folgende Ausnahmen geregelt:

  • Umsätze im Freien mit Umsätzen ≤ EUR 30.000 pro Jahr, wobei nur die Umsätze im Freien und nicht jene des Gesamtbetriebes für die Umsatzgrenze ausschlaggebend sind.
    Zum Beispiel:  Schneebar, Schirmbar, Verkäufe aus offenen Verkaufsbuden und von im Freien stehenden Verkaufstischen, Landschaftspfleger, Personenbeförderung mit Fiakern, Motorboot, Zillen, Pferdeschlitten etc.
  • Hüttenumsätze, sofern die Jahresumsatzgrenze von EUR 30.000 nicht überschritten wird und die Erfüllung der Belegerteilungs- und Registrierkassenpflicht „unzumutbar“ ist. Die Unzumutbarkeit trifft nicht zu, wenn beispielsweis eine Almhütte gut erreichbar ist, über Stromversorgung oder einen Stromanschluss verfügt.
    Betreibt ein Abgabenpflichtiger mehrere Hütten, so werden alle Hüttenumsätze für die Berechnung der Umsatzgrenze von EUR 30.000 zusammengerechnet. Voraussetzung für die Anwendung der Umsatzgrenze von EUR 30.000 ist wiederum das Vorliegen der Unzumutbarkeit.
  • Umsätze von Buschenschänken, sofern dieser an nicht mehr als 14 Tagen pro Kalenderjahr geöffnet hat und die Umsatzgrenze von EUR 30.000 (Gesamtbetrieb!) nicht überschritten wird.
  • Umsätze von kleinen Kantinen, die von gemeinnützigen Vereinen betrieben werden, können unter folgenden Voraussetzungen weiterhin die Umsätze mittels Kassasturz ermitteln: Die Jahresumsatzgrenze von EUR 30.000 pro Kalenderjahr wird nicht überschritten und die Kantine wird an nicht mehr als 52 Tagen pro Kalenderjahr betrieben. In diesem Fall sind auch keine Belege auszustellen!
  • Umsätze unentbehrlicher Hilfsbetriebe: Eintrittsgelder bei Sportvereinen, Theaterkarten von Theatervereinen, Konzertveranstaltungen von Musik- und Gesangsvereinen, Vortragsveranstaltungen von wissenschaftlichen Vereinen, Einnahmen von Behindertenwohnheimen eines Behindertenverbandes und von gemeinnützigen Krankenanstalten (Heil- und Pflegeanstalten), sowie Museen eines Kunstförderungs- oder Museumsvereins fallen unter den so genannten unentbehrlichen Hilfsbetrieb und sind von Belegerteilungs- und Registrierkassenpflicht ausgenommen.

 

Treffen oben genannte Ausnahmen auf Sie zu, besteht keine Belegerteilungs- und Registrierkassenpflicht. Die Losungsermittlung erfolgt mittels Kassasturz.

Weitere Ausnahmen:

  • Fahrausweisautomaten
  • „Altautomaten“ bis 31.12.2026
  • Kleinbetragsautomaten mit Einzelumsätzen ≤ EUR 20
  • Umsätze von Online-Shops

Folgende Erleichterungen sind in der Barumsatzverordnung vorgesehen:

  • Umsätze mobiler Gruppen: Werden Lieferungen und Dienstleistungen außerhalb der Betriebsstätte erbracht, so ist dem Kunden jedenfalls ein Beleg auszuhändigen. Eine zeitnahe Erfassung der Umsätze in der Registrierkasse ist nach Rückkehr in die Betriebsstätte zu erledigen. Zur „mobilen Gruppe“ zählen ua Friseure, Masseure, Rauchfangkehrer, Fotografen, Heizöllieferanten, Bäcker bei der Auslieferung an den Kunden, Lieferservice bei Gastronomen, Messeverkäufe, Ärzte, Fahrradkurier, Transporteuer, Verkauf von Büchern bei Vorträge etc.

Grundsätzlich hat die  Eingabe der Umsätze einzeln zu erfolgen – es ist keine Sammeleingabe möglich! Ausnahme: Werden gleich hohe Einzelumsätze getätigt, können diese zusammengerechnet und jeweils in einem Betrag in der Registrierkasse erfasst werden (Achtung: Beleg müssen durchnummeriert sein!). Überschreitet das Produktsortiment der mobilen Tätigkeit die Anzahl von 20 gleichpreisigen Waren/Gegenständen nicht, kann diese Erleichterung ebenfalls in Anspruch genommen werden. Beispiel: Gaifahrer, Verkäufer mit Bauchladen im Fußballstadion.

Mobile Umsätze können auch vorab in der Registrierkasse erfasst werden. Bei Ausfolgung der Ware außerhalb der Betriebsstätte wird dem Kunden der bereits ausgestellte Beleg übergeben (Beispiel Pizzabote). Werden Waren nicht verkauft, können die vorab ausgestellten Belege wieder storniert werden.