fbpx
 

News

Kein Recht auf Hitzeferien!

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass einem Dienstnehmer hitzefrei ab 33 Grad zusteht. Das österreichische Arbeitsrecht kennt allerdings kein Recht auf hitzefrei. Ausnahme hier sind die Bauarbeiter. Freiwillig kann der Dienstgeber seinen Dienstnehmern unter Fortzahlung des Entgelts „hitzefrei“ geben.

Welche Vorkehrungen hat der Dienstgeber gegen die Hitze am Arbeitsplatz zu treffen?

  • In Arbeitsräumen müssen raumklimatische Verhältnisse herrschen, die dem menschlichen Organismus angemessen sind. Eine direkte Sonneneinstrahlung durch Fensterflächen muss vermieden werden.
  • Bei Tätigkeiten mit geringer körperlicher Belastung (zB Büroarbeiten) hat die Raumtemperatur generell zwischen 19 und 25 Grad und bei Tätigkeiten mit normaler körperlicher Belastung zwischen 18 und 24 Grad zu betragen.
  • Ist eine Klima- oder Lüftungsanlage vorhanden, so sollen die genannten Obergrenzen (25 bzw 24 Grad) möglichst nicht überschritten werden. Sind solche Klima- oder Lüftungsanlagen nicht vorhanden, sind vom Dienstgeber alle Maßnahmen auszuschöpfen, um die Temperatur zu senken.
  • Werden Klimaanlagen eingesetzt, dann muss eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % und 70 % gewährleistet sein (§ 28 AStV).
  • Eine Pflicht zur Installation von Klimaanlagen sieht das Gesetz nicht vor.


Bei längeren Arbeiten im Freien bei hohen Temperaturen unter direkter Sonneneinstrahlung hat der Dienstgeber zusätzlich folgende Maßnahmen zu treffen:

  • Trinkwasser und/oder geeignete alkoholfreie Getränke sind bereitzustellen,
  • Arbeitsplätze sind zu beschatten,
  • luftdurchlässige, UV-sichere Kleidung muss getragen werden,
  • Sonnenschutzbrillen und Sonnenschutzmittel und Kopfbedeckung sind bereitzustellen.


Worauf hat der Dienstgeber bei seinen Anweisungen bezüglich Bekleidungsvorschriften zu achten?

    Zu legere Kleidung kann trotz Hitze vom Dienstgeber untersagt werden aus

    • Gründen der Sicherheit (Gesundheitsschutz),
    • Gründen der Hygiene (Krankenhaus, Lebensmittelherstellung),
    • wirtschaftlichen Gründen (seriöses Erscheinungsbild, damit die Unternehmensidentität gewahrt bleibt.


Sonderregelung nach dem Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz

  • Eine gesetzliche Sonderregelung ist im Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz (BSchEG) enthalten. Darin werden die Ansprüche der vom BSchEG erfassten Bauarbeiter (zB in Hoch- und Tiefbaubetrieben, Erdbaubetrieben) geregelt, deren Arbeitsleistung wegen Schlechtwetters ausfällt. Seit 1. 1. 2013 gilt auch Hitze als Schlechtwetter iSd BSchEG.
  • Ab 32,5 Grad Hitze im Schatten muss entweder ein kühlerer Alternativarbeitsplatz gefunden oder das Arbeiten im Freien eingestellt werden. Die Entscheidung darüber obliegt dem DG oder dessen Beauftragten. Ein hitzebedingter Schlechtwettertag liegt dann vor, wenn 3 Stunden mit mehr als 32,5 Grad im Schatten aufeinander folgen. Für die durch diese Hitze entfallenden Arbeitsstunden gebührt den Arbeitern idR Anspruch auf 60 % des Lohns (sogenannte Schlechtwetterentschädigung).
  • Damit dieser Lohnaufwand (Schlechtwetterentschädigung) für den DG einigermaßen kostenneu­tral bleibt, gibt es ein Beitrags- und Rückerstattungssystem:
  • DG und DN müssen einen Schlechtwetterentschädigungsbeitrag iHv jeweils 0,7 % (somit insgesamt 1,4 %) der SV-Beitragsgrundlage leisten (§ 12 BSchEG), der von der GKK eingehoben wird.
  • Dafür erhält der DG seinen Lohnaufwand für Schlechtwettertage (Schlechtwetterentschädigung) grundsätzlich von der BUAK rückerstattet (§ 8 BSchEG).


Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, dann zögern Sie bitte nicht und kontaktieren unsere Personalabrechnung.

Kontakt Graz:
Tel. +43 316 327 941 0
E-Mail: office@gaedke.co.at

Kontakt Köflach:
Tel. +43 3144 3469 0
E-Mail: koeflach@gaedke.co.at

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung / 5. Anzahl Bewertungen:

<< zurück