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Neuerungen in der Sozialversicherung für Unternehmer

2016 treten in der Sozialversicherung für Unternehmer zahlreiche Änderungen in Kraft. Wir haben sie für Sie zusammengefasst.

Geringere Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung für gewerbliche Selbständige:

Seit 1.1.2016 beträgt die Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung pro Monat EUR 415,72 (im Jahr 2015 EUR 724,02) und entspricht somit der Geringfügigkeitsgrenze nach ASVG. Der Mindestbeitrag für das Jahr 2016 beträgt pro Monat EUR 31,80 (im Jahr 2015 EUR 55,38). Dies führt vor allem für Unternehmer mit niedrigem Einkommen zu einer wesentlichen Erleichterung. Für Jungunternehmer bleibt es dabei, dass keine Nachbemessung der Krankenversicherungsbeiträge in den ersten beiden Jahren erfolgt, dies bedeutet egal wie hoch der Gewinn aus der betrieblichen Tätigkeit in den ersten beiden Jahren ist, die Krankenversicherung wird immer auf Basis der Mindestbeitragsgrundlage von EUR 415,72/Monat bezahlt.

Die Mindestbeitragsgrundlage in der Pensionsversicherung beträgt für das Jahr 2016 EUR 723,52 und wird ab dem Jahr 2018 kontinuierlich abgesenkt bis im Jahr 2022 ebenfalls die Geringfügigkeitsgrenze nach ASVG zur Anwendung gelangt.

Beiträge für das Jahr 2016 für gewerbliche Selbständige:

 ProzentsatzMindestbeitrag pro MonatHöchstbeitrag pro Monat
Krankenversicherung*7,65€ 31,80€ 433,76
Pensionsversicherung18,5€ 133,85€ 1.048,95
Unfallversicherung-€ 9,11€ 9,11
Selbständigen Vorsorgekasse1,53€ 6,36€ 86,75

* in den ersten beiden Jahren keine Nachbemessung aufgrund des tatsächlichen Gewinnes, damit also endgültig EUR 31,80/Monat

 Neue Selbständige – Vereinheitlichung der Versicherungsgrenzen:

Eine Vereinfachung gibt es bei den Regelungen für die sogenannten „Neuen Selbständigen“, also all jene die eine betriebliche Tätigkeit ohne Gewerbeschein ausüben wie bspw. Künstler, Autoren, Vortragende usw.. Die bisher geltenden unterschiedlichen Versicherungsgrenzen für den Eintritt einer Pflichtversicherung für hauptberufliche und nebenberufliche Tätigkeiten gibt es nicht mehr. Seit 1.1.2016 kommt eine einheitliche Grenze zur Anwendung und diese entspricht der 12fachen Geringfügigkeitsgrenze nach ASVG – für das Jahr 2016 also EUR 4.988,64/Jahr.

Dies kann in einigen Fällen dazu führen, dass ab 2016 eine Pflichtversicherung entsteht, obwohl sich die Einkünfte im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert haben. Für all jene die von der neuen Regelung betroffen sind und per 1.1.2016 das 50 Lebensjahr vollendet haben und bisher keine 180 Beitragsmonate der Pflichtversicherung in einer gesetzlichen Pensionsversicherung erreicht haben, wurde eine Erleichterung eingeführt. Diese können sich auf Antrag von der Einbeziehung in die Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung befreien lassen. Der Antrag muss innerhalb eines Jahres ab Verständigung durch die SVA erfolgen, spätestens bis 31.12.2019.

Die Überschreitung der oben angeführten Versicherungsgrenze muss dem Versicherungsträger gemeldet werden. Die diesbezügliche Meldefrist wurde ab dem Beitragsjahr 2016 verlängert. Es ist nicht mehr erforderlich das Überschreiten der Versicherungsgrenze bis 31.12. des betroffenen Jahres zu melden um einen Beitragszuschlag von 9,3% zu vermeiden. Die Meldung gilt als rechtzeitig, wenn die Meldung des Überschreitens der Versicherungsgrenze innerhalb von acht Wochen ab Ausstellung des Einkommensteuerbescheides des jeweiligen Jahres erfolgt.

Beiträge für das Jahr 2016 für Neue Selbständige:

 ProzentsatzMindestbeitrag pro MonatHöchstbeitrag pro Monat
Krankenversicherung*7.6531.8433.76
Pensionsversicherung18.576.911048.95
Unfallversicherung-9.119.11
Selbständigen Vorsorgekasse1.53
der vorläufigen Beitragsgrundlage
6.3686.75

Flexible Anpassung der vorläufigen Beitragsgrundlage seit 1.1.2016 möglich:

Bisher konnte die für die laufenden Vorschreibungen relevante vorläufige Beitragsgrundlage (Einkünfte des drittvorangegangenen Kalenderjahres) bei Vorliegen glaubhafter Gründe nur verringert werden. Ab dem 1.1.2016 kann diese Beitragsgrundlage, sollten höhere Einkünfte erwartet werden mittels Antrag auch erhöht werden. Mit dieser Maßnahme kann man hohe Beitragsnachzahlungen in Folgejahren verhindern. Die Vorteilhaftigkeit sollte aber im Einzelfall überprüft werden.

Monatliche Zahlung der Beiträge auf Antrag:

Die Beiträge der SVA werden auch im Jahr 2016 wie in den Vorjahren im Kalendervierteljahr, also im Februar, Mai, August und November vorgeschrieben. Auf Antrag des Versicherten ist es ab 1.1.2016 möglich diese Beiträge in monatlichen Teilbeträgen zu entrichten. Dies kann mittels Einzahlung durch den Versicherten oder mittels Einzug durch den Sozialversicherungsträger erfolgen.

Fragen zu diesem Thema beantwortet Ihnen:

Mag. Sabine Wipfler
Prokuristin, Steuerberaterin, Wirtschaftsprüferin
T: 0316 327941 – 817

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