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Pflegefreistellung – Wie viel Freistellung steht einem Dienstnehmer zu?

Die Grippewelle war heuer auf Hochkurs und ist jetzt langsam am abschwächen. Oft stellt man sich als Arbeitgeber die Frage, wie viel Pflegefreistellung steht meinen Dienstnehmern zu? Da Krankheiten sich schlecht planen lassen, führt dies in den meisten Fällen immer zu Herausforderungen.

Die Pflegefreistellung für Dienstnehmer ist im Urlaubsgesetz klar geregelt und stellt eigens einen gesetzlich geregelten Dienstverhinderungsgrund dar.

Eine Pflegefreistellung ist daher neben den Freistellungsansprüchen des Angestelltengesetzes bzw. ABGB zu gewähren.

Pflegefreistellung – erste Woche

Eine Woche pro Arbeitsjahr stehen einem Dienstnehmer zu, wenn

  • der notwendigen Pflege eines im gemeinsamen Haushalt lebenden erkrankten nahen Angehörigen
  • wegen der notwendigen Betreuung seines Kindes oder eines im gemeinsamen Haushalt lebenden leiblichen Kindes des anderen Ehegatten, des eingetragenen Partners oder Lebensgefährten infolge eines Ausfalls einer Betreuungsperson oder
  • Begleitung seines erkrankten Kindes oder eines im gemeinsamen Haushalt lebenden leiblichen Kindes des anderen Ehegatten, des eingetragenen Partners oder Lebensgefährten bei einem stationären Aufenthalt in einer Heil- und Pflegeanstalt (bis zum 10. Lebensjahr).


Pflegefreistellung – zweite Woche
(nach Verbrauch der ersten Woche)

Die zweite Woche Pflegefreistellung steht wegen der notwendigen Pflege eines im gemeinsamen Haushalt lebenden erkrankten Kindes (Wahl- oder Pflegekindes) oder im gemeinsamen Haushalt lebenden leiblichen Kindes des anderen Ehegatten oder eingetragenen Partners oder Lebensgefährten, welches das zwölfte Lebensjahr noch nicht überschritten hat zu.

Der Dienstnehmer darf keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung aus sonstigen wichtigen Gründen aufgrund eines Gesetzes, Kollektivvertrags, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrages haben.

Und danach? Was  passiert wenn der Dienstnehmer die erste und die zweite Pflegefreistellungswoche bereits verbraucht hat?

In diesem Fall besteht für den Dienstnehmer die Möglichkeit zur notwendigen Pflege eines erkrankten Kindes, dass das 12. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, einen Urlaub ohne vorherige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber anzutreten.

Als nahe Angehörige sind der Ehegatte, der eingetragene Partner, Eltern, Großeltern, Kinder, Enkelkinder, ferner Wahl- und Pflegekinder, im gemeinsamen Haushalt lebende leibliche Kinder des anderen Ehegatten oder des eingetragenen Partners oder Lebensgefährten sowie die Person, mit der der Dienstnehmer in Lebensgemeinschaft lebt, anzusehen.

Eltern (Wahl- und Pflegeeltern) haben für ihre leiblichen Kinder Anspruch auf Pflegefreistellung – und zwar unabhängig davon, ob sie in einem gemeinsamen Haushalt leben oder nicht.

Den Anspruch auf Pflegefreistellung entsteht:

  • nach Antritt des Arbeitsverhältnisses und
  • ist an keine Wartezeit gebunden.
  • Es gilt der Anspruch immer für ein Arbeitsjahr
  • Das Entgelt wird nach dem Ausfallsprinzip weiterbezahlt.
  • Der Dienstnehmer kann bei Bedarf die Pflegefreistellung tage-, aber auch nur stundenweise in Anspruch nehmen.
  • Die ordnungsgemäße Meldung ist Voraussetzung.

 

Bei Fragen zu diesem Thema zögern Sie bitte nicht, die Damen und Herren unserer Personalabrechnung zu kontaktieren.

Kontakt:
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Email: office@gaedke.co.at

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