News

Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht

Teil der Maßnahmen zur Gegenfinanzierung der Steuerreform stellen die Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht dar. Für welche Unternehmen gelten die neuen Regeln und was kommt auf sie zu?

Zur Bekämpfung von Umsatzverkürzungen soll eine generelle Einzelaufzeichnungs- und Einzelerfassungspflicht von Barumsätzen mittels Registrierkassen eingeführt werden.

Ab 2016 müssen Betriebe mit einem Jahresumsatz ab 15.000 € pro Jahr sowie Barumsätzen von mehr als 7.500 € die Einzelaufzeichnung der Barumsätze (zB Barzahlung, aber auch Zahlung mit Bankomat, Kreditkarte sowie anderer vergleichbarer Zahlungsformen) verpflichtend mittels elektronischer Registrierkassen vornehmen. Die Ausnahme auf Basis der „Kalte-Hände-Regelung“ (zB Maronibrater, Schneebar, Eisver­käufer) bleibt erhalten, gilt aber nur mehr bis zu einem Jahresumsatz von maximal 30.000 €. Mobile Gruppen, die nicht unter die „Kalte-Hände-Regelung“ (zB Masseure, Friseure, Schneider, Tierärzte) fallen, können ihre mobilen Umsätze händisch aufzeichnen und im Nachhinein in der Registrierkasse am Betriebsort erfassen. Entbehrliche Hilfsbetriebe von gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Vereinen (zB für kleine Vereinsfeste) sollen weiterhin mit Kassensturz aufzeichnen können. Für Warenausgabe- und Dienstleitungsautomaten sind ebenfalls Erleichterungen vorgesehen.

Für die vielfach erforderliche Anschaffung einer Registrierkasse bzw eines elektronischen Kas­sensystems sollen die betroffenen Unternehmer jedoch steuerlich unterstützt werden: Anschaf­fungskosten von bis zu 2.000 € sollen sofort abgesetzt werden können (vorzeitige Abschreibung); zudem soll eine (steuerfreie) Prämie von 200 € pro Kassensystem, maximal aber 30 € pro Erfassungseinheit, die Kostenbelastung aus der Anschaffung mildern.

Unabhängig von der umsatzsteuerlichen Rechnungsstellungsverpflichtung müssen Unternehmer dem Leistungsempfänger bei Barzahlung künftig einen Beleg erteilen. Dieser hat den Beleg entgegenzunehmen und bis außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten mitzunehmen. Der Unternehmer hat eine Durchschrift anzufertigen und über 7 Jahre aufzubewahren. Der Beleg hat folgende Angaben zu enthalten:

  • eindeutige Bezeichnung des Unternehmers,
  • einmalige fortlaufende Nummer zur Identifizierung des Geschäftsfalls,
  • Tag der Belegausstellung,
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder Art und Umfang der sonstigen Leistungen,
  • Betrag der Barzahlung, wobei es genügt, dass dieser Betrag aus den Belegangaben rechnerisch ermittelbar ist.
<< zurück