News

Reisekosten bei Mischreisen

Herbstzeit ist Kongresszeit!

Die laufende Fort- und Weiterbildung nimmt im heutigen Berufsalltag eine sehr wichtige Rolle ein. Gerade im Herbst werden für die unterschiedlichsten Berufsgruppen daher eine große Anzahl von Seminaren, Tagungen, Lehrgängen und Kongressen angeboten. Wo es möglich ist, verbindet man eine solche Geschäfts- oder Dienstreise gerne auch mit privaten Interessen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie aus steuerlicher Sicht achten sollten.

Wann sind Aus- und Fortbildungskosten steuerlich abzugsfähig?

Aufwendungen für Bildungsmaßnahmen sind grundsätzlich nur dann steuerlich abzugsfähig, wenn sie Kosten für Fortbildung, Ausbildung im verwandten Beruf oder Umschulung darstellen. Fortbildungskosten stellen abzugsfähige Werbungskosten oder Betriebsausgaben dar, wenn die konkrete Berufsausbildung bereits abgeschlossen ist und die Fortbildungsmaßnahmen einer Verbesserung der Kenntnisse und Fähigkeiten im bisher ausgeübten Beruf dienen. Typischerweise sind das aktuelle Neuerungen und Trends in der Sparte.

Achtung: Aufwendungen für Bildungsmaßnahmen, die von allgemeinem Interesse sind oder die grundsätzlich der privaten Lebensführung dienen (zB Persönlichkeitsentwicklungskurse, Führerscheinkurse, Sportkurse) sind nicht abzugsfähig, selbst wenn die Kenntnisse auch im Beruf eingesetzt werden können.

Wie ist bei Kosten für gemischt veranlasste Reisen vorzugehen?

Bei gemischt veranlassten Reisen, die eindeutig in beruflich und privat veranlasste Reiseabschnitte getrennt werden können, ist es möglich, die Kosten für den beruflich veranlassten Teil der Reise steuerlich geltend zu machen. Die berufliche Veranlassung für diesen abgrenzbaren Teil muss aber eindeutig (zB durch das Kursprogramm, die Seminar- oder Tagungsbestätigung etc) nachgewiesen werden können.

Jedenfalls abzugsfähig sind bei einer Mischreise die rein beruflich veranlassten Kosten, wie zB Seminargebühren und Kosten für Material oder Unterlagen. Ebenso eindeutig nicht abzugsfähig sind rein privat veranlasste Kosten, wie zB Kosten für die Benützung von Sportanlagen oder für Wellnessbehandlungen.

Schwieriger wird es bei der Abgrenzung der Reisekosten. Die Kosten für Hin- und Rückfahrt werden bei Mischreisen im Verhältnis der beruflich und privat veranlassten Aufenthaltstage aufgeteilt. Bei den pauschalen Kostenersätzen (Tages- und Nächtigungsgelder) ist folgendes zu beachten:

  • Für die Tage der An- und Rückreise stehen die Kostenersätze grundsätzlich nur dann zu, wenn die Reise insgesamt ausschließlich beruflich veranlasst ist. Bei Nächtigungsgeldern ist eine Aufteilung wie bei den Fahrtkosten möglich.
  • Für die Aufenthaltstage stehen die Tages- und Nächtigungsgelder nur für ausschließlich beruflich veranlasste Tage zu.


Eine solche Aufteilung der Reisekosten kann allerdings unterbleiben, wenn der private Aspekt lediglich von untergeordneter Bedeutung ist. In diesem Fall können die Reisekosten zur Gänze steuerlich geltend gemacht werden. Umgekehrt besteht für die gesamten Reisekosten ein Abzugsverbot, wenn eine eindeutige Trennung in privat und beruflich veranlasste Reisekostenteile nicht möglich ist und der private Aspekt nicht nur von untergeordneter Bedeutung ist. Die Teilnahme an einem Kongress, verbunden mit sportlichen und allgemein interessierenden Aktivitäten (Mischprogramm), ist daher grundsätzlich nicht absetzbar.

Tipp: Damit kein steuerlicher Fehler passiert, empfehlen wir, bei „Mischreisen“ einen Reiseplan zu erstellen und diesen vorweg mit Ihrem steuerlichen Vertreter zu besprechen.

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an Frau Mag. Sandra Strimitzer.

Kontakt:
Mag. Sandra Strimitzer
Tel.: +43 316 327941 48
Email: sandra.strimitzer@gaedke.co.at

<< zurück