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Steuercheckliste zum Jahresende 2016

1. Allgemeine Tipps zur Gewinnsteuerung

  • Wenn Sie heuer noch Investitionen tätigen, müssen Sie das Wirtschaftsgut noch bis zum 31.12.2016 in Betrieb nehmen, um eine Halbjahresabschreibung geltend machen zu können. Mit der Bezahlung können Sie sich aber bis zum nächsten Jahr Zeit lassen.
  • Investitionen mit Anschaffungskosten bis € 400 (exkl. USt bei Vorsteuerabzug) können sofort als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) abgesetzt werden.
  • Stille Reserven aus der Veräußerung von mindestens 7 Jahre alten Anlagegütern können unter bestimmten Voraussetzungen bei natürlichen Personen auf Ersatzbeschaffungen übertragen oder einer Übertragungsrücklage zugeführt werden.
  • Bilanzierer haben durch Vorziehen von Aufwendungen und Verschieben von Erträgen einen gewissen Gestaltungsspielraum. Beachten Sie auch, dass bei halbfertigen Arbeiten und Erzeugnissen eine Gewinnrealisierung unterbleibt.
  • Einnahmen-Ausgaben-Rechner können durch Vorziehen von Ausgaben und Verschieben von Einnahmen ihre Einkünfte steuern. Dabei ist aber zu beachten, dass regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben, die 15 Tage vor oder nach dem Jahresende bezahlt werden, dem Jahr zuzurechnen sind, zu dem sie wirtschaftlich gehören.

2. Änderungen bei Gebäuden

Bei der Nutzung von Gebäuden sind folgende Neuerungen zu beachten:

  • Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Betriebsgebäuden können seit 2016 nur mehr mit 2,5% pro Jahr abgeschrieben werden. Bei Gebäuden, die für Wohnzwecke überlassen werden, beträgt der Abschreibungssatz nur mehr 1,5% pro Jahr. Eine kürzere Nutzungsdauer kann aber durch ein Gutachten nachgewiesen werden. Wurden bisher höhere Beträge abgeschrieben, hat eine Anpassung noch im Jahr 2016 zu erfolgen!
  • Bei vermieteten Wohngebäuden dürfen Instandsetzungsaufwendungen nur mehr auf 15 Jahre verteilt abgesetzt werden. Dies gilt auch für freiwillig über Antrag auf 15 Jahre zu verteilende nicht regelmäßig anfallende Instandhaltungsausgaben. Bei in den Jahren bis 2015 angefallenen Instandsetzungsausgaben muss für Jahresabsetzungen ab 2016 eine Verteilungsdauer von 15 Jahren unterstellt werden. Bei bisher freiwillig auf 10 Jahre verteilten Instandhaltungsausgaben bei Wohngebäuden ändert sich der Verteilungszeitraum ab 2016 nicht.
  • Seit dem 1.1.2016 muss für die Berechnung der Abschreibung vermieteter Gebäude im Rahmen der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung als nicht abschreibbarer Grundanteil ohne Nach-weis eines anderen Aufteilungsverhältnisses grundsätzlich 40% der Anschaffungskosten ausgeschieden werden. Nach einer dazu ergangenen VO sind für die Aufteilung die Einwohnerzahl der Gemeinde, der durchschnittliche Quadratmeterpreis sowie die Einheiten des Mietobjektes von Relevanz.
Grundanteil laut VO< 100.000 Einwohnerab 100.000 Einwohner*
Quadratmeterpreis < € 400,
bis 10 Einheiten
20%40%
Quadratmeterpreis < € 400,
ab 11 Einheiten
20%30%
Quadratmeterpreis ab € 400,
bis 10 Einheiten
40%40%
Quadratmeterpreis ab € 400,
ab 11 Einheiten
30%30%

* derzeit Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck

3. Steueroptimale Verlustverwertung

Bei der Körperschaftsteuer können vortragsfähige Verluste nur bis zu 75 % des Gesamtbetrags der Einkünfte verrechnet werden (ausgenommen davon sind ua Sanierungsgewinne und Gewinne aus der Veräußerung von (Teil-)Betrieben und Mitunternehmeranteilen).

Bei der Einkommensteuer sind seit der Veranlagung 2014 Verluste wieder zu 100 % mit dem Gesamtbetrag der Einkünfte zu verrechnen. Bei hohen Verlustvorträgen oder niedrigen Gewinnen kann dies zu Nachteilen führen, da unter Umständen die niedrigen Tarifstufen sowie Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen nicht mehr ausgenutzt werden können. In solchen Fällen können Maßnahmen zur Gewinnerhöhung von Vorteil sein.

TIPP: Bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern sind Verluste, welche ab 2013 entstanden sind, infolge der Änderungen durch die Steuerreform 2015/16 nunmehr unbeschränkt vortragsfähig!

ACHTUNG: Bei natürlichen Personen sind Verluste als kapitalistische Mitunternehmer nicht mehr ausgleichsfähig, insofern dadurch ein negatives steuerliches Kapitalkonto entsteht. Solche Verluste sind als Wartetastenverluste für künftige Gewinne (oder Einlagen) aus derselben Einkunftsquelle vortragsfähig!

Zum Jahresende sollte auch geprüft werden, ob die Begründung einer Unternehmensgruppe zur optimalen Verlustverwertung möglich und sinnvoll ist.

4. Gewinnfreibetrag

Der Gewinnfreibetrag (GFB) steht allen natürlichen Personen unabhängig von der Gewinnermittlungsart zu und beträgt bis zu 13% des Gewinns (max. € 45.350 pro Jahr). Für Gewinne bis € 175.000 steht ein GFB iHv 13% zu. Für Gewinne zwischen € 175.000 und € 350.000 können 7% und für Gewinne zwischen € 350.000 und € 580.000 4,5% als GFB geltend gemacht werden. Für Gewinne über € 580.000 steht kein weiterer GFB mehr zu.

Bis € 30.000 Gewinn steht der 13%ige GFB jedem Steuerpflichtigen automatisch zu (Grundfreibetrag). Darüber hinaus steht ein (investitionsbedingter) GFB nur zu, wenn der Steuerpflichtige im betreffenden Jahr Investitionen getätigt hat. Begünstigungsfähig sind Investitionen in bestimmte abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren (zB Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, LKW, EDV, Gebäudeinvestitionen) sowie in Wohnbauanleihen (oder Wandelschuldverschreibungen von Wohnbauaktiengesellschaften), die ab dem Anschaffungszeitpunkt 4 Jahre als Anlagevermögen gewidmet werden.

TIPP: Ab 2017 wird die Investition in Wertpapiere gemäß § 14 Abs 7 Z 4 EStG wieder begünstigt sein!

Auch für selbständige Nebeneinkünfte (zB aus einem Werk- oder freien Dienstvertrag), Bezüge eines selbständig tätigen Gesellschafter-Geschäftsführers oder Aufsichtsrats- und Stiftungsvorstandsvergütungen steht der GFB zu. Bei Inanspruchnahme einer Betriebsausgabenpauschalierung steht allerdings nur der Grundfreibetrag zu.

TIPP: Bei rechtzeitiger Ermittlung des erwarteten Jahresgewinnes 2016 kann durch Vorziehen von Investitionen oder dem Kauf von Wohnbauanleihen der GFB bestmöglich ausgenutzt werden.

5. Spenden aus dem Betriebsvermögen

Spenden aus dem Betriebsvermögen an begünstigte Spendenempfänger sind bis max. 10% des Gewinns des laufenden Wirtschaftsjahres steuerlich absetzbar. Als Obergrenze gilt der Gewinn vor Berücksichtigung des GFB. Damit derartige Spenden noch im Jahr 2016 abgesetzt werden können, müssen sie bis spätestens 31.12.2016 geleistet werden.

Zusätzlich zu diesen Spenden sind Geld- und Sachspenden im Zusammenhang mit der Hilfestellung bei (nationalen und internationalen) Katastrophen (zB bei Hochwasser-, Erdrutsch-, Vermurungs- und Lawinenschäden) unbegrenzt als Betriebsausgaben absetzbar. Voraussetzung ist, dass sie als Werbung entsprechend vermarktet werden (zB durch Erwähnung auf der Homepage).

TIPP: Das Sponsoring von diversen gemeinnützigen, kulturellen, sportlichen und ähnlichen Institutionen (Theater, Museen, Sportvereine etc) ist dann steuerlich abzugsfähig, wenn damit eine angemessene Gegenleistung in Form von Werbeleistungen verbunden ist. Bei derartigen Zahlungen handelt es sich in der Folge nicht um Spenden, sondern um echten Werbeaufwand.

6. Forschungsprämie

Für Aufwendungen für Forschung und experimentelle Entwicklung kann für das Jahr 2016 eine Prämie iHv 12% der Forschungsaufwendungen beansprucht werden. Prämienbegünstigt ist sowohl die eigenbetriebliche Forschung als auch eine in Auftrag gegebene Forschung. Prämien für Auftragsforschungen können aber nur für Ausgaben bis zu einem Höchstbetrag von € 1.000.000 pro Wirtschaftsjahr geltend gemacht werden. Für den Prämienantrag muss nach Ablauf des Wirtschaftsjahrs elektronisch ein sogenanntes Jahresgutachten der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) eingeholt werden.

TIPP: Um größere Sicherheit über die steuerliche Anerkennung von Forschungsaufwendungen zu erlangen, besteht die Möglichkeit, im Vorhinein eine bescheidmäßige Bestätigung über die begünstigte Forschung für ein bestimmtes Forschungsprojekt beim Finanzamt zu beantragen. Dafür muss von der FFG ein sogenanntes Projektgutachten eingeholt werden.

7. Registrierkassenprämie

Wer im Zeitraum zwischen 1.3.2015 und 31.3.2017 eine elektronische Registrierkasse anschafft oder ein bestehendes System umrüstet, kann die Kosten dafür als Betriebsausgabe sofort absetzen und hat zusätzlich Anspruch auf eine Registrierkassenprämie. Die Prämie beträgt € 200 je Erfassungseinheit, bei Kassensystemen mit mehreren Eingabestationen € 30 pro Eingabestation (mindestens aber gesamt € 200). Die Prämie für die elektronische Registrierkasse ist mit dem Formular (E 108c) zu beantragen. Die Anschaffungskosten der Registrierkassen können gleichzeitig zur Deckung eines investitionsbedingten Gewinnfreibetrags verwendet werden.

TIPP: Wird eine neue Registrierkasse angeschafft, steht die volle Prämie unabhängig von der Höhe der Anschaffungskosten zu!

8. Vorsteuerabzug für Elektroautos

Seit 1.1.2016 sind die Anschaffungskosten von Pkws oder Kombis mit einem CO2-Emissionswert von 0g/km (zB Pkws und Kombis mit ausschließlich elektrischem oder elektrohydraulischem Antrieb) vorsteuerabzugsberechtigt. Der volle Vorsteuerabzug steht allerdings nur bei Anschaffungskosten bis maximal € 40.000 brutto zu (Luxusgrenze). Zwischen € 40.000 und € 80.000 gibt es einen aliquoten Vorsteuerabzug bzw eine anteilige Eigenverbrauchsbesteuerung. Kostet das Elektroauto mehr als € 80.000 brutto, so steht kein Vorsteuerabzug zu. Für bereits früher angeschaffte Elektroautos ist eine positive Vorsteuerberichtigung möglich.

TIPP: Elektroautos sind wegen der fehlenden CO2-Emissionen nicht NoVA-pflichtig und von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit. Für Mitarbeiter, die das arbeitgebereigene Elektroauto privat nutzen dürfen, fällt kein Sachbezug an.

9. Wertpapierdeckung für Pensionsrückstellung

Am Schluss eines jeden Wirtschaftsjahres müssen Wertpapiere im Nennbetrag von mindestens 50% des am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres ausgewiesenen steuerlichen Pensionsrückstellungsbetrages im Betriebsvermögen vorhanden sein. Auf das Deckungserfordernis können auch Ansprüche aus einer Rückdeckungsversicherung angerechnet werden. Beträgt die erforderliche Wertpapierdeckung auch nur vorübergehend weniger als die erforderlichen 50% der Rückstellung, so ist als Strafe der Gewinn um 30% der Wertpapierunterdeckung zu erhöhen (ausgenommen in dem Ausmaß, in dem die Rückstellung infolge Absinkens der Pensionsansprüche am Ende des Jahres nicht mehr ausgewiesen wird oder getilgte Wertpapiere binnen 2 Monaten ersetzt werden).

Als deckungsfähige Wertpapiere gelten vor allem in Euro begebene Anleihen und Anleihenfonds (wobei neben Anleihen österreichischer Schuldner auch Anleihen von in einem EU- bzw EWR-Mitgliedstaat ansässigen Schuldnern zulässig sind), weiters auch inländische Immobilienfonds sowie ausländische offene Immobilienfonds mit Sitz in einem EU- bzw EWR-Staat. Die Wertpapiere dürfen nicht verpfändet werden.

10. Umsatzgrenze für Kleinunternehmer

Unternehmer mit einem Jahres-Nettoumsatz von bis zu € 30.000 sind umsatzsteuerlich Kleinunternehmer und damit von der Umsatzsteuer befreit. Je nach anzuwendendem Umsatzsteuersatz entspricht dies einem Bruttoumsatz von bis zu € 36.000. Ein Kleinunternehmer darf keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen und keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Eine einmalige Überschreitung um 15% innerhalb von 5 Jahren ist unschädlich. Wird die Grenze überschritten, müssen sämtliche Leistungen nachversteuert werden! Vor Jahresende ist daher rechtzeitig zu prüfen, ob die Grenze überschritten wird. Auch ein Verzicht auf die Kleinunternehmerbefreiung kann überlegt werden, dieser bindet den Unternehmer allerding für fünf Jahre.

TIPP: Ab 2017 werden bestimmte steuerbefreite Umsätze bei der Berechnung der Umsatzgrenze nicht mehr miteinbezogen. Dies gilt zB für unecht steuerbefreite Umsätze von Blinden, Schulen, Privatlehrern, Versicherungsvertretern, Tagesmüttern, gemeinnützigen Vereinigungen, Krankenanstalten, Wohnungseigentumsgemeinschaften, Zahntechnikern, Jugend-, Erholungs- und Erziehungsheimen, Theatern und Museen sowie für Umsätze aus der Heilbehandlung von Ärzten.

ACHTUNG: Ob die Kleinunternehmergrenze überschritten ist oder nicht, richtet sich nach der Höhe der Entgelte für die im Veranlagungszeitraum ausgeführten (und nicht vereinnahmten) Leistungen!

11. Aufbewahrungspflicht

Zum 31.12.2016 läuft die 7-jährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen, Belege etc des Jahres 2009 aus. Diese können daher ab 1.1.2017 vernichtet werden. Beachten Sie aber, dass Unterlagen dann weiter aufzubewahren sind, wenn sie in einem anhängigen Verfahren, bei dem Ihnen Parteistellung zukommt, von Bedeutung sind. Die Aufbewahrungsfrist für Grundstücke, die unternehmerisch genutzt werden, beträgt 22 Jahre.

TIPP: Für eine spätere Immobilienertragsteuer-Berechnung sollten sämtliche Belege im Zusammenhang mit Grundstücken unbegrenzt aufbewahrt werden. Dazu zählen neben dem Kaufvertrag vor allem auch Belege zu Anschaffungsnebenkosten (zB Anwalts- und Notarkosten, Grunderwerbsteuer, Schätzkosten), nachträglichen Herstellungskosten und Instandsetzungskosten.

12. GSVG-Befreiung für „Kleinstunternehmer“

Gewerbetreibende und Ärzte (Zahnärzte) können bis spätestens 31.12.2016 rückwirkend für das laufende Jahr die Befreiung von der Kranken- und Pensionsversicherung nach GSVG (Ärzte nur Pensionsversicherung) beantragen, wenn die steuerpflichtigen Einkünfte 2016 max. € 4.988,64 und der Jahresumsatz 2016 max. € 30.000 aus sämtlichen unternehmerischen Tätigkeiten betragen werden. Antragsberechtigt sind

  • Jungunternehmer (max. 12 Monate GSVG-Pflicht in den letzten 5 Jahren),
  • Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, sowie
  • Männer und Frauen, die das 57. Lebensjahr vollendet haben, wenn sie in den letzten 5 Jahren die maßgeblichen Umsatz- und Einkunftsgrenzen nicht überschritten haben.

Die Befreiung kann auch während des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld oder bei Bestehen einer Teilversicherung während der Kindererziehung beantragt werden, wenn die monatlichen Einkünfte maximal € 415,72 und der monatliche Umsatz maximal € 2.500 betragen.

13. Zuschuss zur Entgeltfortzahlung

Klein- und Mittelbetriebe, die regelmäßig weniger als 51 Dienstnehmer beschäftigen, erhalten von der AUVA einen Zuschuss, wenn sie Dienstnehmern (auch geringfügig Beschäftigten) auf Grund eines unfallbedingten Krankenstands das Entgelt für mehr als drei Tage fortzahlen müssen oder wenn sonstige Krankenstände von Dienstnehmern länger als 10 Tage dauern. (Im letzteren Fall wird der Zuschuss aber erst ab dem 11. Krankenstandstag gewährt.) Der Zuschuss beträgt 50 % des tatsächlich fortgezahlten Entgelts für maximal 6 Wochen. Der Antrag kann bis zu drei Jahre nach Beginn der jeweiligen Entgeltfortzahlung gestellt werden.

14. Antrag auf Energieabgabenvergütung für 2011

Energieintensive Betriebe können sich auf Antrag die bezahlten Energieabgaben, die für Energieträger anfallen, die unmittelbar für den Produktionsprozess verwendet werden, rückerstatten lassen, wenn diese 0,5% des Nettoproduktionswertes (unter Berücksichtigung bestimmter Selbstbehalte) übersteigen. Der Antrag muss spätestens bis 5 Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Vergütungsanspruch entstanden ist, beim zuständigen Finanzamt eingebracht werden (Formular ENAV 1). Aufgrund der jüngsten Judikatur des EuGH ist derzeit davon auszugehen, dass auch energieintensive Dienstleistungsbetriebe Energieabgabenvergütungen wieder geltend machen können (somit auch für das gesamte Jahr 2011).

15. Steuersparmöglichlkeiten für Mitarbeiter

  • Nutzen Sie das Jahressechstels mit 6 bis 35,75% Lohnsteuer durch Zahlung einer Prämie optimal aus.
  • Prämien für Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen, die der Arbeitgeber für alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern bezahlt, sind bis zu € 300 pro Jahr und Arbeitnehmer steuerfrei.
  • Für den Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Beteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers (oder an verbundenen Konzernunternehmen) an alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern steht ein Freibetrag pro Mitarbeiter und Jahr von € 3.000 zur Verfügung. Die Beteiligung muss vom Mitarbeiter länger als 5 Jahre gehalten werden.
  • (Weihnachts-)Geschenke an Arbeitnehmer sind innerhalb eines Freibetrages von € 186 jährlich lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich um Sachzuwendungen handelt (zB Warengutscheine, Goldmünzen). Geldgeschenke sind immer steuerpflichtig!
  • Erstmals im Jahr 2016 sind Sachzuwendungen an Arbeitnehmer, die anlässlich eines Firmen- oder Dienstjubiläums gewährt werden, bis € 186 jährlich steuerfrei.
  • Für Betriebsveranstaltungen (zB Betriebsausflug, Weihnachtsfeier) steht pro Arbeitnehmer und Jahr ein Steuerfreibetrag von € 365 zur Verfügung. Beachten Sie, dass sämtliche Veranstaltungen eines Jahres zusammengerechnet werden!
  • Mit der Steuerreform 2015/16 wurden Mitarbeiterrabatte neu geregelt. Danach sind Mitarbeiterrabatte, die allen oder bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern gewährt werden, steuerfrei, wenn sie im Einzelfall 20% nicht übersteigen. Übersteigen sie im Einzelfall 20% des Fremdverkaufspreises, so sind sie insoweit steuerpflichtig, als ihr Gesamtbetrag im Kalenderjahr € 1.000 übersteigt.
  • Zuschüsse zu den Kinderbetreuungskosten für Kinder bis zum 10. Lebensjahr sind bis € 1.000 steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn sie allen oder bestimmten Gruppen von Arbeitnehmern gewährt und direkt an eine institutionelle Kinderbetreuungseinrichtung oder pädagogisch qualifizierte Person oder in Form eines Gutscheins einer solchen Einrichtung geleistet werden.
  • Die steuerfreie Bezahlung eines „Jobtickets“ zur Benützung öffentlicher Verkehrsmittel ist auch dann steuerfrei, wenn kein Anspruch auf das Pendlerpauschale besteht. Beachten Sie, dass die Rechnung auf den Arbeitgeber lauten muss und den Namen des Arbeitnehmers zu beinhalten hat.
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