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Steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen (virtuelle Währungen)

In einer Information teilte das BMF seine Ansicht über die steuerliche Behandlung von virtuellen Währungen, wie z.B. Bitcoins, mit. Dabei wird festgehalten, dass Kryptowährungen derzeit nicht als offizielle Währung anerkannt sind. Sie stellen auch keine Finanzinstrumente dar. Es handelt sich um sonstige unkörperliche, nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter.

Ertragsteuerliche Behandlung

Werden Kryptowährungen geschaffen („Mining“), liegt grundsätzlich eine gewerbliche Tätigkeit vor. Die Schaffung der Kryptowährung wird damit gleich behandelt, wie die Herstellung sonstiger Wirtschaftsgüter. Auch das Betreiben einer Online-Börse für Kryptowährungen, bei der diese gegen andere Kryptowährungen oder gegen reale Währungen getauscht werden können, ist grundsätzlich als eine gewerbliche Tätigkeit anzusehen, die entsprechende steuerliche Konsequenzen nach sich zieht. Dasselbe gilt für das Betreiben eines Kryptowährung-Geldautomaten, bei dem mit Bargeld Kryptowährungen bezogen werden können.

Werden Kryptowährungen im Betriebsvermögen gehalten, sind die maßgeblichen Bewertungsvorschriften des Einkommensteuergesetzes und in bestimmten Fällen auch des Unternehmensgesetzbuches zu beachten. Dabei ist aufgrund der unternehmenstypischen Funktion eine Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen zu treffen. Ja nach Zuordnung können sich aus den jährlich vorzunehmenden Bewertungen steuerlich wirksame Abwertungen, aber auch Zuschreibungen ergeben. Kursgewinne bzw -verluste durch den Handel an virtuellen Börsen sind im Rahmen der Gewinnermittlung zu erfassen.

Werden Kryptowährungen zinstragend veranlagt, indem sie an andere Marktteilnehmer verliehen werden, unterliegen die realisierten Wertänderungen im Betriebs- sowie im Privatvermögen dem Sondersteuersatz von 27,5%. Eine Steuerpflicht als Spekulationsgeschäft kann sich bei nicht zinstragenden Veranlagungen im Privatvermögen ergeben, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt.

Umsatzsteuerliche Behandlung

Der Umtausch von gesetzlichen Zahlungsmitteln zu Bitcoins und umgekehrt stellt eine umsatzsteuerbefreite Tätigkeit dar. Das „Mining“ unterliegt mangels identifizierbarem Leistungsempfänger nicht der Umsatzsteuerpflicht. Die Bezahlung von Lieferungen und sonstigen Leistungen mit Bitcoins sind gleich zu behandeln wie Lieferungen oder sonstige Leistungen, deren Entgelt in gesetzlichen Zahlungsmitteln besteht. Die Bemessungsgrundlage bestimmt sich nach dem jeweiligen Wert der Kryptowährung.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, dann wenden Sie sich bitte an Frau Mag. (FH) Edith Huber-Wurzinger.

Kontakt
Email: edith.wurzinger@gaedke.co.at
Tel: 0043 316 327941 819

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