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Steuerliche Highlights aus dem Regierungsprogramm 2020-2024: Aus Verantwortung für Österreich

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Seit 07.01.2020 haben wir eine neue Regierung, bestehend aus der ÖVP und den Grünen. In ihrem Regierungsprogramm haben sie folgende acht Ziele verankert:

  1. Eine spürbare Entlastung für arbeitende Menschen
  2. Die Bekämpfung des Klimawandels und die Einhaltung der Klimaziele von Paris
  3. Einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort
  4. Die soziale Sicherheit und Armutsbekämpfung
  5. Ein konsequenter Kurs im Bereich Migration und Integration
  6. Die beste Bildung für alle
  7. Nachhaltige Finanzen, notwendige Investitionen und ein ausgeglichener Haushalt
  8. Mehr Transparenz im öffentlichen Bereich.

In unserem neuesten Artikel finden Sie eine Auswahl der steuerlichen Vorhaben aus dem Regierungsprogramm 2020 – 2024. Details, Umsetzung sowie die Gesetzeswerdung bleiben abzuwarten.

Steuerreform und Neukodifizierung des EStG

  • Steuersenkung durch Tarifreform: Reduktion der ersten Stufe des Einkommensteuertarifs von 25% auf 20%, der zweiten Stufe von 35% auf 30% und der dritten Stufe von 42% auf 40%
  • Ausweitung des Gewinnfreibetrages: Investitionen sollen erst ab einem Gewinn von € 100.000 notwendig sein.
  • Es soll eine KESt-Befreiung für ökologische bzw ethische Investitionen eingeführt werden.
  • Analog zur Begünstigung der Beteiligung von MitarbeiterInnen am Kapital soll auch die Beteiligung der MitarbeiterInnen am Gewinn attraktiviert werden.
  • Es soll eine 3-Jahres-Verteilung für Gewinne in der Landwirtschaft eingeführt werden.
  • Einführung eines Gewinnrücktrages für Einnahmen-Ausgaben-Rechner analog zur Lösung bei KünstlerInnen.
  • Die Besteuerung und das Feststellungsverfahren für Personengesellschaften sollen attraktiviert, vereinfacht und modernisiert werden.
  • Die Regelung der Abschreibungsmethoden soll überprüft werden: Im betrieblichen Bereich sollen die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten von abnutzbaren Wirtschaftsgütern an jene des Unternehmensgesetzbuches angeglichen werden.
  • Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen sollen vereinfacht und künftig unter dem Begriff „Abzugsfähige Privatausgaben“ zusammengeführt werden.
  • Die Einkünfte aus selbständiger Arbeit und aus Gewerbebetrieb sollen zu einer Einkunftsart zusammengefasst werden.
  • Es soll geprüft werden, ob die Grenzbeträge für die Progressionsstufen auf Basis der Inflation jährlich automatisch angepasst werden sollen.
  • Die Untergrenze des Familienbonus Plus soll von € 250 auf € 350 pro Kind erhöht werden und der Maximalbetrag von € 1.500 auf € 1.750 pro Kind.

 

Lohnabgaben/Lohnverrechnung

  • Vereinfachung der Lohnverrechnung.
  • Die Lohnnebenkosten sollen gesenkt werden (zB Dienstgeberbeitrag, Unfallversicherung).
  • Die begünstigte Besteuerung des 13. und 14. Monatsentgeltes soll unangetastet bleiben.
  • Verschärfung der Abgrenzung zwischen Dienst- und Werkverträgen.

 

Sonstige steuerliche Maßnahmen

  • Prüfung der Ausweitung der Spendenabsetzbarkeit auf weitere gemeinnützige Organisationen;
  • Schaffung eines Steueranreizmodells für die österreichische Filmproduktion;
  • Senkung des Umsatzsteuersatzes für Damenhygieneartikel;
  • Umstrukturierung und Anpassung der Tabaksteuer;
  • Einführung einer steuerlichen Begünstigung von Unterstützungsleistungen zur umweltfreundlichen Mobilität von MitarbeiterInnen;
  • Zusammenführung von UGB- und Steuerbilanz; Ermöglichen einer einheitlichen  Bilanzierung („Einheitsbilanz“);
  • Förderung des Prinzips „Reparieren statt wegwerfen“ durch steuerliche Anreize & gleichzeitige Stärkung von Gewerbe und Handwerk;
  • Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit von Arbeitszimmern zuhause (anteilig am Gesamtwohnraum) durch eine Pauschalbesteuerung.

 

Weitere Vorhaben

  • Senkung der KöSt auf 21% und Abschaffung der Mindest-KöSt, um vor allem KMUs zu entlasten;
  • Abschaffung der Schaumweinsteuer;
  • Prüfung der Entbürokratisierung und Evaluierung der Regelung zur Einlagenrückzahlung;
  • Schlagwort „effiziente Finanzverwaltung“: Reform der Bundesabgabenordnung, Optimierung des Datenaustauschs auf Basis des Standard Audit File Tax und Einführung von Außenprüfungen auf Antrag;
  • Ökologisierung der NoVA;
  • Änderungen bei der Flugticketabgabe;
  • Kampf gegen den Tanktourismus und LKW-Schwerverkehr sowie Ökologisierung der bestehenden LKW-Maut;
  • Ökologisierung und Erhöhung der Treffsicherheit des Pendlerpauschales.

 

Auf europäischer Ebene werden unter anderem folgende Vorhaben unterstützt:

  • Ein generelles Reverse-Charge-System für die Abfuhr der Umsatzsteuer zwischen inländischen Unternehmen;
  • Einführung von Zöllen für Importe von Waren in den europäischen Binnenmarkt aus Drittstaaten, wenn diese den nötigen Standards in Klima- und Umweltschutz nicht entsprechen und
  • Einführung einer verursachergerechten Besteuerung von Kraftstoffen im Flugverkehr und in der Schifffahrt.

 

Bei Fragen steht Ihnen Frau Mag. (FH) Huber-Wurzinger gerne zur Verfügung.

Kontakt:
Mag. Edith Huber-Wurzinger
Tel. +43 316 327 940 819
E-Mail: edith.wurzinger@gaedke.co.at

 

 

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