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Steuerliche Neuerungen 2015

Wie wir laufend berichtet haben, war der Steuergesetzgeber im Jahr 2014 sehr aktiv. Derzeit wird gerade an der Steuerreform gebastelt, die nach heutigen Informationen mit 1. 1. 2016 in Kraft treten soll. Frisch im Jahr 2015 angekommen, möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten steuerlichen Neuerungen 2015 geben.

Änderungen für Land- und Forstwirte

Die Hauptfeststellung der Einheitswerte für land- und forstwirtschaftliches Vermögen fand bereits 2014 statt. Diese neuen Einheitswerte sind mit 1. 1. 2015 wirksam geworden. Mit 1.1.2015 ist auch die neue Pauschalierungsverordnung für Land- und Forstwirte (LuF-PauschVO 2015) in Kraft getreten. Diese bringt eine Reduzierung der Einheitswertgrenze für den Anwendungsbereich von bisher € 150.000 auf € 130.000 mit sich. Ebenfalls verschärft wurden die Anwendungsvoraussetzungen der Vollpauschalierung, welche nur noch bei einem Einheitswert von maximal € 75.000 zulässig ist (bisher € 100.000). Größere Obstbaubetriebe unterliegen nunmehr der Teilpauschalierung. Für 2015 kommen zudem erstmals die erhöhten Buchführungsgrenzen für Land- und Forstwirte zum Tragen. Diese wurden von 400.000 € Umsatz auf 550.000 € Umsatz angehoben. Der ermäßigte Steuersatz von 10 % (bzw 12 %) für nicht buchführungspflichtige Land- und Forstwirte bleibt jedoch trotzdem an einen Umsatz von maximal 400.000 € gebunden.

Änderungen beim Einnahmen-Ausgaben-Rechner

Der Kreis der Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens ohne Wertverzehr, die im Rahmen der Gewinnermittlungsart durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung nicht sofort als Betriebsausgabe angesetzt werden dürfen, wurde bereits mit Wirkung ab der Veranlagung 2014 verringert. Da diese Gesetzesänderung jedoch erst Ende Dezember 2014 verlautbart wurde, wird trotzdem nochmals darauf hingewiesen. Vom Sofortabzug als Betriebsausgabe sind nur mehr Grundstücke im Sinne des § 30 EStG sowie Gold, Silber, Platin und Palladium, sofern sie nicht der unmittelbaren Weiterverarbeitung dienen, ausgeschlossen. Alle nach dem 31. 3. 2012 und vor dem 1. 1.2014 aufgrund der vormaligen Fassung des § 4 Abs 3 EStG nicht zum Sofortabzug zugelassenen Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens sind im Rahmen der Veranlagung 2014 als (nachträgliche) Betriebsausgaben anzusetzen.

Änderung bei großen Arbeitsgemeinschaften (ARGE)

Zur Erhöhung der Rechtssicherheit werden große Arbeitsgemeinschaften mit einem Auftragswert von mehr als € 700.000 netto ab 2015 als eigene Betriebsstätten angesehen, deren Gewinne (Verluste) nach § 188 BAO einheitlich und gesondert festzustellen sind.

Änderungen im Bereich der Immobilienertragsteuer

Seit 1.1.2015 ist ein wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen einer Umwidmung und einer Grundstücksveräußerung immer dann anzunehmen, wenn die Umwidmung innerhalb von fünf Jahren nach der Veräußerung erfolgt. In diesen Fällen kommt es daher im Bereich des Altvermögens zu den reduzierten (40% anstatt 86%) fiktiven Anschaffungskosten bei der Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlage (Steuerbelastung von 15 % vom Veräußerungserlös). Dies gilt auch für nachträgliche Kaufpreiserhöhungen bei Altvermögen aufgrund einer späteren Umwidmung (zB aufgrund einer Besserungsvereinbarung). Im Hinblick auf die Hauptwohnsitzbefreiung hat der Gesetzgeber klargestellt, dass die notwendige Zweijahresfrist bei einer Herstellung des Gebäudes erst ab Fertigstellung gerechnet wird.

Nachversteuerung von ausländischen Verlusten

Bei der inländischen Besteuerung abgesetzte ausländische Verluste aus Betriebsstätten oder Beteiligungen an Mitunternehmerschaften müssen ab 2015 spätestens im dritten Jahr nach der Geltendmachung wieder nachversteuert werden, wenn die ausländischen Verluste aus einem Staat stammen, mit dem keine umfassende Amtshilfe besteht.

Einschränkungen bei der Unternehmensgruppe

Ausländische Körperschaften dürfen nur mehr Mitglied einer österreichischen Unternehmensgruppe sein, wenn diese entweder in der EU oder in einem Drittstaat, mit dem umfassende Amtshilfe vereinbart wurde, ansässig sind. Gesellschaften, die diese Bedingungen nicht erfüllen, sind mit 1.1.2015 aus der Unternehmensgruppe ausgeschieden. Weiters können Verluste ausländischer Gruppenmitglieder nur noch im Ausmaß von maximal 75 % des gesamten inländischen Gruppeneinkommens berücksichtigt werden. Die nicht sofort verrechenbaren Verlustteile sind in den folgenden Jahren als vortragsfähige Verluste des Gruppenträgers abziehbar.

Änderung des Leistungsorts bei bestimmten sonstigen Leistungen

  • Elektronisch erbrachte sonstige Leistungen, Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen, die an einen Nichtunternehmer erbracht werden, sind seit 1. 1. 2015 am Wohnsitz, Sitz oder gewöhnlichen Aufenthalt des Leistungsempfängers steuerbar. Werden solche Leistungen an in der EU ansässige Nichtunternehmer erbracht, muss der Umsatz im jeweiligen Verbraucherland versteuert werden. Zur Erleichterung der Abwicklung wurde für betroffene Unternehmer der One-Stop-Shop (auch MOSS genannt) eingeführt, der es ermöglicht, sich für diese Dienstleistungen in nur einem Land zu registrieren.
  • Werden die in § 3a Abs 14 UStG aufgezählten Leistungen (sogenannte Katalogleistungen, wie zB Werbe-, Beratungs- oder Datenverarbeitungsleistungen, Personalgestellung, Leistungen von Anwälten, Sachverständigen, Ingenieuren, Aufsichtsräten, Übersetzern etc) an Nichtunternehmer aus dem Drittlandsgebiet ausgeführt, so gelten diese ab 1. 1. 2015 im Ausland als erbracht und sind damit im Inland nicht steuerbar.
  • Bei der Vermietung von Beförderungsmitteln und bei Katalogleistungen an juristische Personen des öffentlichen Rechts, die Nichtunternehmer sind, verlagert sich der Ort der sonstigen Leistung vom Drittlandsgebiet ins Inland, wenn sie im Inland genutzt oder ausgewertet werden.

Ihre speziellen Fragen beantworten Ihnen unsere Experten gerne in einem Beratungsgespräch.

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