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Was ist Ihr Unternehmen wert?

Es gibt verschiedene Situationen, in denen Sie sich die Frage stellen, was ein Unternehmen wert ist. Was bei einer Unternehmensbewertung zu beachten ist, verrät Ihnen unsere Expertin.

Die  Frage  nach  dem  Unternehmenswert stellt sich unter anderem dann, wenn die Nachfolgeregelung ansteht, Umgründungsmaßnahmen   gesetzt  werden  oder  das Unternehmen  zur  Gänze  oder  teilweise veräußert werden soll.

Eines gleich vorweg: Unabhängig davon, welcher  Experte  die  Unternehmensbewertung  vornimmt  und  welches  Bewertungsverfahren  herangezogen  wird,  den einen,  „richtigen“  Wert  gibt  es  nicht! Unterschiedliche  Bewertungsanlässe, Bewertungszwecke  und  Bewertungsverfahren  führen  zu  unterschiedlichen  Ergebnissen.

Wert ist gleich Kaufpreis?

Wird ein Unternehmen verkauft, so wird der  Kaufpreis  durch  Angebot  und  Nachfrage  bestimmt.  Sie  fragen  sich,  warum eine  komplexe  Bewertung  überhaupt erforderlich  ist,  wenn  der  Verkaufspreis durch  den  „Markt“  bestimmt  und  nicht exakt  dem  vorher  errechneten  Unternehmenswert  entspricht?  Ganz  einfach: Ohne  umfassendes  Bewertungsgutachten  unter  Zugrundelegung  anerkannter Methoden wird es nicht möglich sein, in seriöse Verkaufsverhandlungen einzutreten und Interessenten zu gewinnen. Der ermittelte  Unternehmenswert   ist  somit
Grundlage  für  das  Treffen  von  Entscheidungen und ist nicht Ziel an sich, sondern Mittel zur Zielerreichung!

Vorstellungen Verkäufer vs Vorstellungen Kaufinteressent

Wirtschaftstreibende  haben  jahrzehntelang  in  ein  Unternehmen  investiert –  dies  betrifft  zum  einen  die  Sachwerte und zum anderen die ideellen Werte; den persönlichen Einsatz, der zum Unternehmenserfolg  führte.  Die  Erwartungen  an den „Wert“ sind daher groß; oft zu groß. Abgesehen  davon,  dass  es  schwierig  ist, einen  Nachfolger  zu  finden,  der  bereit und in der Lage ist, einen hohen Kaufpreis zu zahlen, besteht nach erfolgter Transaktion die Gefahr, dass der Nachfolger sich wirtschaftlich übernommen hat und den finanziellen  Verpflichtungen  nicht  mehr
nachkommen  kann.  Im  schlimmsten  Fall ist sogar der Bestand des Unternehmens in Gefahr.

Ein  potentieller  Erwerber  ist  daran  interessiert,  was  das  Unternehmen  in  der Zukunft  in  der  Lage  ist  zu  erwirtschaften  und  wie  der  Kaufpreis  refinanziert werden  kann.  Der  Investor  stellt  sich grundsätzlich  die  Frage,  wie  sein  Kapital bestmöglich  veranlagt  wird.  Dabei  wiegt er  vereinfacht  gesagt  ab,  ob  der  Unternehmensgewinn  oder  die  Verzinsung  einer Kapitalanlage rentabler ist. Die Blickwinkel  des  Käufers  und  Verkäufers  sind demnach  konträr:  Der  Verkäufer  blickt auf sein Lebenswerk, die Arbeit und das Kapital,  das  über  lange  Jahre  ins  Unternehmen  investiert  wurde.  Der  Käufer betrachtet das Unternehmen mit seinen zukünftigen Potentialen.

Bewertung aufgrund gesetzlicher Vorschriften

Neben  dem  Fall  der  Veräußerung  kann sich  die  Notwendigkeit  einer  Bewertung auch im Zusammenhang mit gesetzlichen Vorschriften ergeben, beispielsweise verlangt  das  Umgründungssteuergesetz  bei der  Einbringung  eines  Einzelunternehmens in eine Kapitalgesellschaft den „positiven  Verkehrswert“  des  Einbringungsvermögens nachzuweisen.

Wie wird der Unternehmenswert berechnet? Die  Bewertung  eines  Unternehmens  ist ein  komplexer  Prozess,  der  die  Analyse der Vergangenheit, der aktuellen Ertragslage sowie Zukunftsprognosen umfasst. In einem ersten Schritt wird eine integrierte Planungsrechnung  (Planerfolgsrechnung, Plan-Bilanz  und  Kapitalflussrechnung) erstellt.  Aus  den  dort  prognostizierten Erträgen  bzw.  Cash-Flows  (Zuflüsse  an den  Unternehmenseigner)  wird  mithilfe einer  Rentenrechnung  durch  Abzinsung der  sogenannte  „Barwert“  ermittelt.  So
wird ein Vergleich zur Geldanlagealternative Kapitalmarkt hergestellt. Geldanlage und  Unternehmensinvestition  müssen hinsichtlich  des  Grades  an  Unsicherheit vergleichbar  sein.  D.h.,  der  Zinssatz  für sichere  Geldanlagen  wird  im  Rahmen der  Wertermittlung  um  einen  unternehmensspezifischen  Risikozuschlag  erhöht. Die konkrete Höhe des Risikozuschlags ist allerdings schwierig zu bestimmen.

Aus der Beraterpraxis

Wir  lösen  diese  Herausforderung  in Übereinstimmung  mit  dem  Fachgutachten über Unternehmensbewertung (KFS/BW1,  des  Fachsenats  für  Betriebswirtschaft  und  Organisation  des  Instituts für  Betriebswirtschaft,  Steuerrecht  und Organisation  der  KWT)  transparent  und plausibel.  Gemeinsam  mit  Ihnen  bilden wir  mögliche  und  repräsentative  Zukunftsszenarien  ab,  die  eine  realistische Bandbreite  des  Unternehmenswertes zum Ergebnis haben.

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