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Wenn die Familie mitarbeitet

Gelegentliche Aushilfe durch Familienmitglieder ist in manchen Betrieben nicht wegzudenken.  Bei der Frage, ob ein Dienstverhältnis oder familienhafte Mitarbeit vorliegt, handelt es sich stets um eine Einzelfallbeurteilung. Eine Grundvoraussetzung für die Annahme familienhafter Mitarbeit ist bei den meisten Familienangehörigen die vereinbarte Unentgeltlichkeit der Tätigkeit.

  • Ehegatten, Eingetragene PartnerInnen – die Mitarbeit eines Ehegatten im Betrieb des anderen gilt aufgrund der ehelichen Beistandspflicht § 90 ABGB als Regelfall und die Begründung eines Dienstverhältnisses als Ausnahme. Im Zweifel ist daher von einer Tätigkeit im Rahmen der ehelichen Beistandspflicht auszugehen.
  • Lebensgefährte – eine Lebensgemeinschaft stellt eine eheähnliche Gemeinschaft dar und besteht aus einer Geschlechts-,Wohnungs-, und vor allem Wirtschaftsgemeinschaft. Es besteht hier keine gesetzlich verankerte Beistandspflicht entsprechend § 90 ABGB. Trotzdem wird – analog zu den EhegattInnen – die Begründung eines Dienstverhältnisses die Ausnahme sein.
  • Kinder – hier gilt die Vermutung, dass sie aufgrund familienrechtlicher Verpflichtungen und nicht aufgrund eines Dienstverhältnisses im elterlichen Betrieb mitarbeiten, sofern nicht anderes vereinbart wurde. Steuerlich liegt ein Dienstverhältnis grundsätzlich nur dann vor, wenn die Mitwirkung fremdüblich abgegolten wird und das Kind bereits selbsterhaltungsfähig ist.
  • Für Schwiegerkinder gilt keine familienrechtliche Mitarbeitspflicht. Zu beachten ist die Versicherungspflicht nach §4 Abs 1 Z3 ASVG: Im Betrieb der Eltern, Großeltern, Wahl- oder Stiefeltern ohne Entgelt regelmäßig beschäftigte Kinder sind vollversichert, wenn sie das 17. Lebensjahr vollendet haben, keiner anderen Erwerbstätigkeit hauptberuflich nachgehen undkeine Beschäftigung in einem land- oder fortwirtschaftlichen Betrieb vorliegt.
  • Eltern, Großeltern – werden Eltern im Gewerbebetrieb ihrer Kinder tätig, so ist eher von einem Dienstverhältnis auszugehen. Wurde für eine Tätigkeit Unentgeltlichkeit vereinbart, so wird ein Dienstverhältnis nicht angenommen, wenn der Betrieb tatsächlich auch ohne die Mithilfe der Eltern aufrechterhalten werden kann. (Eltern beziehen eine Alterspension)
  • Geschwister, sonstige Verwandte – je entfernter das Verwandtschaftsverhältnis, desto eher ist ein Dienstverhältnis anzunehmen. Bei Geschwistern, Schwiegerkindern, Schwagern/Schwägerinnen bestehen keine familienrechtlichen Verpflichtungen. Es ist daher bei Vorliegen der Voraussetzungen von einem Dienstverhältnis auszugehen.

Gesellschaften – die obige Systematik gilt für Verwandte des Einzelunternehmers sowie für Verwandte von OG Gesellschaften und Komplementäre einer KG. In Kapitalgesellschaften ist eine familienhafte Tätigkeit grundsätzlich ausgeschlossen.

Seit 1. Jänner 2015 bietet ein gemeinsames Merkblatt von Wirtschaftskammer, Gebietskrankenkasse und Bundesministerium für Finanzen bessere Orientierung: Merkblatt Familienhafte Mitarbeit

Selbstverständlich helfen auch wir Ihnen bei speziellen Fragen weiter.

 

 

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